Sündige Gelüste

Deutscher Uni-Lehrer wollte für gute Noten Sex

Ausland
19.03.2009 15:56
"Ja, ich wollte Sex", hat ein Professor der Universität Augsburg im Gerichtssaal bekannt. "Sie war keine unattraktive Frau, ich fand sie nett und schön und wollte eine Affäre mit ihr", sagte der mit einer Psychologin verheiratete 58 Jahre alte Hochschullehrer zum Prozessbeginn. Im Gegenzug stellte er im vergangenen Jahr einer attraktiven Studentin für die Magisterarbeit eine bessere Benotung in Aussicht. Das Amtsgericht Augsburg verurteilte ihn dafür am Donnerstag wegen Bestechlichkeit zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten und einer Geldstrafe von 8.000 Euro. Vom Vorwurf der versuchten Nötigung in einem besonders schweren Fall wurde der "Herr Professor" freigesprochen.

Sollte die Staatsanwaltschaft das Urteil akzeptieren, wäre der Angeklagte mit einem blauen Auge davon gekommen. Bei einer Strafe von einem Jahr und mehr hätte er seinen Beamtenstatus und den Job an der Universität verloren.

Unzweideutiges Angebot des Professors
Sehr selbstbewusst schilderte die Zeugin, wie ihr der Professor unzweideutige Angebote machte. In einem ersten Gespräch nach der schriftlichen Klausur wollte sie mit ihrem Lehrer die Themen der mündlichen Prüfung absprechen. Er erklärte ihr, ohne die schriftliche Arbeit gesehen zu haben, sie werde die Prüfung wahrscheinlich nicht bestehen. Die aus der Ukraine stammende 34-Jährige geriet in Panik. Denn dann müsste sie Deutschland verlassen, bekäme hier keinen Job. "Da schlug er mir einen Tausch vor", beschrieb sie die Situation. Entrüstet habe sie abgelehnt, schilderte die Frau vor Gericht. Danach erfuhr sie, dass sie durchgefallen war.

Von Studentin ausgetrickst
Zu einem zweiten Gespräch mit dem Professor kam die Studentin verwanzt. Sie wollte die Sex-Forderungen später beweisen können, begründete sie ihr Handeln, das ihr ein noch nicht beendetes Verfahren wegen versuchter Nötigung einbrachte. Wieder bot ihr der Hochschullehrer Sex an. Diesmal verlangte er sogar eine längere Beziehung.

Zu einem dritten Gespräch schickte die Studentin einen Detektiv mit den mitgeschnittenen Aufnahmen. Ultimativ verlangte dieser für die mündliche Prüfung die Note 3,3 und bringt auch gleich die zu stellenden Prüfungsfragen mit. Zuvor hatte der Dozent schon die Klausur von 4,7 - nicht bestanden - auf 4,3 - bestanden - hochgestuft. Aus rein sachlichen Gründen, wie der Angeklagte versicherte.

Uni-Lehrer zieht selbst Notbremse
Als ihm mit der Veröffentlichung des heimlich aufgenommenen Materials gedroht worden war, hat der Professor die Notbremse gezogen. Er informierte freiwillig den Dekan der Universität. Die Selbstanzeige hat ihm wahrscheinlich seinen Professorentitel und den Beamtenstatus gerettet.

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