Kranke Ikone
Einblick in Castros Leben fern der Öffentlichkeit
Bei einem Besuch bei Castro vorige Woche habe er den 82-Jährigen mit frischem Teint angetroffen, zitierte die argentinische Tageszeitung "Clarin" den Politikwissenschaftler Atilio Boron. Castro habe durchtrainiert und entspannt gewirkt.
"Der Ursprung der Arten" als Lektüre
Der Ex-Staatschef verbringe seine Zeit mit der neuerlichen Lektüre von Charles Darwins "Der Ursprung der Arten" und mit der Niederschrift von Gedanken über aktuelle Ereignisse, erklärte Boron. Seit seinem Amtsverzicht nach einer Darmoperation Mitte 2006 wurde Fidel Castro nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Sein Nachfolger wurde sein jüngerer Bruder Raúl.
Castro-Botschaft auf offizieller Website
Das Ende der Amtszeit von US-Präsident Barack Obama im Jänner 2013 werde er wohl nicht erleben, schrieb der Fidel Castro Ende Jänner in einem Beitrag auf der offiziellen Website Cubadebate (Castros aktuelle Reflexionen auf der Site findest du in der Infobox). Die Regierung in Havanna solle sich durch eine mögliche Verschlechterung seines Gesundheitszustands aber nicht beeinflussen lassen.
Er habe über einen langen Zeitraum wichtige Ereignisse miterlebt, über die er jetzt sorgfältig nachdenke, schrieb Castro in dem Artikel. "Ich erwarte nicht, dieses Privileg noch in vier Jahren zu genießen, wenn Obamas erste Amtszeit zu Ende gegangen ist", fügte der langjährige kubanische Staatschef hinzu. Derzeit fühle er sich gut. Die kommunistische Staats- und Parteiführung solle sich aber weder an seinen Leitartikeln stören, noch an einer Verschlechterung seines Gesundheitszustands oder an seinem Tod, schrieb Fidel Castro.
Der 82-Jährige kündigte überdies an, in diesem Jahr weniger Texte zu veröffentlichen, "um meine Kollegen in der Partei und der Regierung nicht bei den ständigen Entscheidungen zu stören oder zu behindern, die sie zu treffen haben".
Fast 50 Jahre an der Spitze der Karibikinsel
Castro war seit einer Operation im Juli 2006 nicht mehr öffentlich aufgetreten. Nach fast 50 Jahren an der Spitze Kubas gab er die Amtsgeschäfte an seinen Bruder Raúl ab, der Anfang 2008 offiziell Kubas Staatschef wurde.
Im öffentlichen Leben blieb Fidel Castro mit zahlreichen Leitartikeln und gelegentlichen Fotos von seinen Treffen mit ausländischen Staatschefs präsent. In Juni 2007 hatte Castro zugegeben, dass er während seiner Krankheit im Sommer 2006 "zwischen Leben und Tod" geschwebt habe.
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