"Zu Kriegsende haben die neuen Machthaber Jugoslawiens mit den ehemaligen Gegnern kurzen Prozess gemacht", schildert Historiker Valentin Sima von der Klagenfurter Universität.
"Diese wurden verschleppt, wie etwa auch bei Bleiburg, dann hingerichtet und in Massengräbern verscharrt."
An die 600 solcher Hinrichtungsstätten soll es in ganz Slowenien geben - immer wieder werden neue Orte des Grauens entdeckt: Vor zwei Jahren etwa stieß man beim Autobahnbau nahe Maribor auf ein Areal, in dem bis zu 35.000 Skelette liegen sollen. "In der Gottschee wurden an die 7.000 Menschen erschossen und in Karstlöchern zurückgelassen", weiß Sima.
Kärntner Opfer dabei?
Auch ein Teil der Kärntner Opfer, die von der Tito-Armee als Nazi-Kollaborateure betrachtet wurden, soll hier liegen; ebenso im Lischagraben bei Prävali, wo Angehörige dafür sorgen, dass die Toten nicht in Vergessenheit geraten.
Darum kümmert sich nun auch Slowenien. Eine eigene Kommission untersucht mutmaßliche Massengräber. Jenes von Lasko etwa, das Dienstag unter großem Mediengetöse geöffnet wurde, ist seit Jahrzehnten bekannt. "Wichtig wäre es, diese Kapitel endlich genau aufzuarbeiten", so Sima. "Nicht nur Gräber öffnen, sondern auch rekonstruieren: Wer sind die Opfer? Waren es ausschließlich Soldaten oder sind gar Frauen und Kinder darunter? Was ist passiert?"
In Lasko sind die Leichen durch Kalk mumifiziert - man geht davon aus, dass es Kämpfer waren, die in den Stollen vergast wurden.
von Kerstin Wassermann, Kärntner Krone
Symbolbild
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