Leben in Angst
Polizeichef Mannichl fühlt sich weiterhin bedroht
Seine Familie und er versuchten, wieder Freizeit zu haben und Hobbys nachzugehen, sagte Mannichl. "Aber wir leben nicht mehr wie vor dem Anschlag. Von einem normalen Alltag kann man nicht reden." Zudem seien die Kampagnen der Rechtsextremisten heute schlimmer als vor dem Anschlag. "Zwar hat man sich in einem ersten Schritt von der Tat distanziert - nur um danach ordentlich draufzulegen", sagte der Polizist. "Das sind Brandstifter, die mit Benzin löschen. Mir bleibt nur, gegen Verleumdungen konsequent rechtlich vorzugehen."
Mannichl glaubt an Einzeltäter
Er persönlich glaube "an einen durchgeknallten rechtsextremen Einzeltäter, der aufgrund der Internet-Hetzkampagnen der Monate vor dem Anschlag zu dem Entschluss gekommen war: Der Mannichl muss weg", sagte der Polizeichef. "Ob der mich töten oder mir nur eine Abreibung verpassen wollte, das wird man bei den Vernehmungen sehen, wenn er mal festgenommen ist."
Da Mannichl immer wieder gegen Rechtsextremisten-Aufmärsche vorgegangen war, ermittelte die 50-köpfige Sonderkommission zunächst in der rechten Szene. Als sich diese Spuren nicht erhärteten, kamen Ende 2008 Gerüchte auf, dass Mannichl in Wirklichkeit von seiner Ehefrau oder einem der beiden Kinder niedergestochen worden sein könnte. Im Februar hieß es von den Ermittlern, am Verdacht gegen die Angehörigen sei nichts dran.
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