Armee putscht
Präsident von Guinea-Bissau vom Militär getötet
Die Residenz des Präsidenten sei von einer Gruppe Militärangehöriger angegriffen worden, die dem am Sonntagabend getöteten Generalstabschef nahegestanden seien. Vieira sei in dem Moment getötet worden, als er aus seinem Wohnsitz habe flüchten wollen, so Induta weiter.
Die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa berichtete von einem Angriff auf die Residenz mit Raketen und Schusswaffen. Rund um den Präsidentenpalast in der Hauptstadt waren am Montagmorgen über einen Zeitraum von mehreren Stunden hinweg Schüsse zu hören.
Generalstabschef stirbt bei Bombenanschlag
Na Waie starb bei einem Bombenanschlag auf das Hauptquartier der Streitkräfte. Bei der heftigen Explosion in der Hauptstadt Bissau wurden der Armee zufolge fünf weitere Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Durch die Wucht der Explosion stürzte nach Angaben aus Armeekreisen ein großer Teil des Hauptgebäudes der Armeezentrale ein. Der Sprengsatz habe sich unter der Treppe zum Büro des Generalstabschefs befunden und sei explodiert, als der General die Stufen betrat, sagte ein Leibwächter des Generals. Na Waie war demnach erst kurz zuvor in seinem Büro eingetroffen.
Konflikt zwischen Armee und Präsident
Der Generalstabschef hatte Anfang Jänner erklärt, er habe einen Mordanschlag überlebt. Präsidententreue Soldaten hatten demnach das Feuer auf seinen Wagen eröffnet. Sein Vorgänger General Verissimo Correia Seabra war während seiner Amtszeit 2004 von Soldaten erschossen worden.
Zwischen der Armee und Präsident Joao Bernardo Vieira schwelte seit Monaten ein Konflikt. Ende November griffen mehrere Soldaten den Präsidentschaftspalast in Bissau an und töteten zwei von Vieiras Leibwächtern.
Guinea-Bissau seit 1974 unabhängig
Die ehemalige portugiesische Kolonie Guinea-Bissau wurde 1974 unabhängig. 1998 bis 1999 herrschte in dem kleinen Küstenstaat im Westen Afrikas ein Bürgerkrieg, unter dessen Folgen das Land noch heute leidet. Das Land ist immer noch politisch instabil und wird immer wieder durch blutige Umsturzversuche und Aufstände erschüttert.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.