Deutscher Prozess?

Williamson will gegen Auslieferung kämpfen

Ausland
01.03.2009 14:14
Der britische Holocaust-Leugner Richard Williamson will sich mit allen Mittel gegen eine mögliche Auslieferung wehren. Nachdem die deutsche Justiz dem umstrittenen Angehörigen der traditionalistischen Piusbruderschaft auf den Fersen ist, meldete sich erstmals dessen Anwalt zu Wort. Der Bischof würde bis in die letzte Instanz gegen eine Auslieferung kämpfen, sagte Kevin Lowry-Mullins der britischen Sonntagszeitung "Sunday Telegraph".

Der Anwalt, der Medienberichten zufolge schon den Holocaust-Leugner Frederick Toben in London vertreten hatte, betonte, Williamson sei entschlossen, sich jedem Auslieferungsversuch zu widersetzen. Er würde "bis zum House of Lords und darüber hinaus gehen".

Prozess in Deutschland möglich
In Großbritannien ist das Leugnen des Holocausts anders als in  Deutschland nicht strafbar. Vergangenen Freitag hatte die deutsche Justizministerin Brigitte Zypries erklärt, ein deutscher EU-Haftbefehl gegen Williamson sei möglich. Derzeit ermittelt die Regensburger Staatsanwaltschaft gegen den Bischof wegen eines in der Nähe von Regensburg aufgezeichneten Interviews, in dem er die Massenvernichtung von Millionen Juden durch die Nazis leugnete.

Williamson vermutlich in London
Das Innenministerium in London wollte keine Stellung dazu abgeben, ob es einen Auslieferungsantrag aus Deutschland oder einem anderen Land unterstützen würde. Williamson war am Mittwoch aus Argentinien in seine Heimat zurückgekehrt und hält sich derzeit vermutlich bei der Pius-Bruderschaft in London-Wimbledon auf.

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