Mo, 20. August 2018

Im Web geködert

17.02.2009 14:47

"Falscher Romeo" lockt Deutsche in "Horrorhaus"

In der Hoffnung, ihrem Traumprinzen aus dem Internet leibhaftig zu begegnen, ist eine 36-jährige Frau aus Leipzig nach Neuseeland geflogen und nach eigenen Angaben in einem ramponierten "Horrorhaus" gelandet. Statt des vermeintlich 33 Jahre jungen Doktoranden, der ihr schmeichelhafte E-Mails und Gedichte geschrieben hatte, sei sie auf einen 56-jährigen, ungehobelten Arbeitslosen getroffen, berichtete die Musik- und Schauspiellehrerin. Da sie für den Flug nach Dunedin auf der neuseeländischen Südinsel all ihr Geld ausgegeben hatte, sei ihr nichts anderes übrig geblieben, als dem Mann in sein Haus "voller Dreck und Tiere" zu folgen.

Der Mann habe ihr den Pass abgenommen und sie sechs Tage daran gehindert, von ihm wegzukommen, sagte die 36-Jährige der Zeitung "Otago Daily Times". "Er hatte solch eine gruselige Art, ich war geschockt." Das Haus sei voller Müll, Katzen und Hühner gewesen und es habe fürchterlich gestunken.

Bekannter alarmierte die Polizei
Erst am vergangenen Samstag habe sie die Polizei aus dem Haus geholt, nachdem ein anderer Mann, den sie auf dem Flug nach Neuseeland kennengelernt hatte, sich Sorgen gemacht und die Beamten alarmiert hatte, weil sie zu einer Verabredung nicht erschienen war.

Die Polizei wollte gegen den "falschen Romeo" zunächst nicht vorgehen, weil die Frau Chancen, von ihm wegzukommen, nicht genutzt habe. "Während ihre Bewegungsfreiheit bis zu einem gewissen Grad eingeschränkt war, gab es Situationen, in denen sie die Möglichkeit gehabt hätte zu gehen", sagte ein Polizeisprecher der Zeitung. Zu körperlicher Gewalt oder sexuellen Übergriffen war es offenbar nicht gekommen.

Symbolbild

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