Mo, 20. August 2018

Weiter im Tief

10.02.2009 10:22

Milliardenverluste bei Schweizer Großbank UBS

Die Schweizer Großbank UBS hat am Dienstag das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte präsentiert. 19,7 Mrd. Franken (13,1 Mrd. Euro) Verlust hat die einst stolze UBS 2008 eingefahren, 8,1 Mrd. Franken allein in den letzten drei Monaten des Jahres. Grund für das miserable Resultat war hauptsächlich ein katastrophales Ergebnis im Bereich des Investment-Bankings. Insgesamt mussten in diesem Geschäftsbereich fast 33,7 Mrd. Franken abgeschrieben werden.

Doch auch die anderen Geschäftsbereiche der UBS wurden von der Finanzkrise und dem verlorenen Vertrauen in die Großbank erschüttert: Im vierten Quartal zogen die Kunden Gelder in Höhe von 85,8 Mrd. Franken ab. Für 2009 sieht Konzernchef Marcel Rohner allerdings bereits Licht am Ende des Tunnels. So soll die wegen der Finanzkrise angeschlagene Großbank bereits 2009 wieder Gewinne schreiben. Dazu soll eine neue Struktur beitragen.

"Toxische Papiere" wirken weiter nach
Dank der Auslagerung fauler und illiquider Papiere an den Fonds der Schweizerischen Nationalbank (SNB) konnten die Risikopositionen markant reduziert werden. Dennoch meldete die UBS für das vierte Quartal einen Verlust von 3,7 Mrd. Franken aus den bei der Bank verbliebenen Risikopapieren.

Organisationsstruktur wird verändert
Um sich an die neuen Marktbedingungen anzupassen verändert sich die UBS auch strukturell. So wird per sofort das Vermögensverwaltungsgeschäft in den USA vom übrigen Geschäft mit privaten Kunden und von den Tätigkeiten auf dem Schweizer Markt getrennt. Im neu geschaffenen Bereich Wealth Management & Swiss Bank werden alle Vermögensverwaltungstätigkeiten außerhalb von Nord- und Lateinamerika sowie das Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft zusammengefasst. Ein Verkauf des US-Geschäfts steht trotz der organisatorischen Neugliederung aber nicht zur Diskussion. Die US-Vermögensverwaltung bleibe integraler Bestandteil der Konzernstrategie, sagte Rohner. Auch das Investment-Banking soll ein Kerngeschäft der UBS bleiben.

Investment-Bereich muss schrumpfen
Allerdings muss das Investment-Banking weiter Federn lassen. Zusätzlich zur den bisher angekündigten Stellenreduktionen soll die Zahl der Arbeitsplätze erneut um 2.000 gesenkt werden. Nach dem neuen Abbau soll es im Investment-Bereich der UBS nur noch 15.000 Stellen geben. Ende 2007 waren es noch fast 22.000 Stellen. 2009 sollen zudem der Umfang der Bilanz, also der Fremdkapitalanteil, und das Gesamtrisiko beim Investment-Banking weiter reduziert werden.

Boni dürfen teilweise ausbezahlt werden
Insgesamt darf die UBS ihren Angestellten variable Lohnvergütungen in der Höhe von 2,2 Mrd. Franken auszahlen. Boni in dieser Höhe hat die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) nach eigenen Angaben gutgeheißen. Die frei zuteilbaren Boni kommen laut Finma nämlich mehrheitlich Angestellten der mittleren und unteren Hierarchiestufen zu Gute. Das Top-Management und der Verwaltungsrat verzichten dagegen laut früheren Angaben auf die Boni für das Jahr 2008.

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