Jahr des Rindes
China gibt sich zum Neujahrsfest überschwänglich
Vor Tempeln, auf Straßen und Plätzen versammelten sich die Menschen und bestaunten bunte Paraden von Künstlern in traditionellen Kostümen, mit großen geschmückten Papierschirmen oder aufwendig gestalteten Drachen. In der Nacht hatten Tausende Feuerwerksblumen den Himmel über Peking und anderen Städten erleuchtet. Dazu schlugen Trommler ihre Rhythmen, und das Bild des Rindes schmückte T-Shirts, Poster und Glücksbringer aller Art. Seit Jahrhunderten begehen die Chinesen das Neujahrsfest mit viel Feuerwerk, Knallern und Raketen, um böse Geister zu verjagen.
Düstere Wirtschaftsaussichten trüben Feierlaune
Die Freude auf das neue Jahr ist in China jedoch getrübt: Nach jahrelangem Aufschwung leidet auch das Reich der Mitte unter der Finanzkrise. "Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Finanzkrise mein Leben beeinflussen wird", sagte die 22-jährige Wanderarbeiterin Wang Jiu auf dem Weg zu einem Treffen mit Freunden in einem Pekinger Tempel. Die junge Frau aus der östlichen Provinz Shandong teilt ihr Schicksal mit 120 Millionen Menschen in China, die es auf der Suche nach Arbeit vom Land in die Städte zieht.
Sechs Millionen Wanderarbeiter verloren nach Schätzungen der Regierung in Folge der globalen Finanzkrise bereits ihren Job. Die sonst mit zweistelligen Wachstumsraten verwöhnte Volksrepublik muss sich nach Berechnungen der Weltbank 2009 womöglich mit 7,5 Prozent Wachstum zufriedengeben. In einer Grußbotschaft zum Neuen Jahr stimmte Finanzminister Xie Xuren das Volk auf schwere Zeiten ein: Die chinesische Wirtschaft befinde sich in einer sehr ernsten Lage, warnte Xie.
Der 30-jährige Markthändler He Haipeng wollte sich dennoch nicht Bange machen lassen: "In seinem Geschäft muss man optimistisch sein", sagte der Verkäufer von Musik- und Video-CDs aus der nördlichen Provinz Shanxi, der jedes Jahr in die Hauptstadt kommt. Auch die chinesischen Medien schüren den Zukunftsglauben. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua verbreitete etwa die Geschichte des Bauern Wei Wanqian aus Shandong, der sich zur Feier des Neujahrs ungeachtet der Krise einen neuen Traktor angeschafft habe.
Party dauert mindestens eine ganze Woche lang
Das Neujahrsfest wird mindestens eine Woche lang gefeiert und ist nicht nur das wichtigste Ereignis im chinesischen Kalender, sondern auch Haupturlaubszeit. Nicht nur China feiert, sondern weite Teile Asiens. Länder wie Thailand oder Kambodscha begrüßen das neue Jahr später, begehen das chinesische Neujahrsfest aber zusätzlich als Feiertag, genau wie den im Westen gefeierten 1. Jänner.
Nach dem chinesischen Mondkalender gibt es zwölf Tierzeichen, die im Jahresrhythmus wechseln. Das chinesischen Jahr des Rindes, auch Jahr des Büffels oder Jahr des Ochsen genannt, wird Mitte Februar 2010 vom Jahr des Tigers abgelöst. Menschen, die im Jahr des Rindes geboren sind, gelten als fleißig, verlässlich und geduldig.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.