Der unglaubliche Inzest-Fall um den damals 73-Jährigen war am 27. April 2008 bekannt geworden. Der Mann soll seine Tochter mehr als zwei Jahrzehnte gefangen gehalten haben. In diesem Zeitraum dürfte er mit der heute 42-Jährigen sieben Kinder gezeugt haben. Eines soll 1996 drei Tage nach der Geburt gestorben sein, der Kindsvater soll es in einem Heizofen verbrannt haben.
Das Opfer habe "aufgrund der Aussichtslosigkeit der Situation resigniert" und den anfänglichen Widerstand aufgegeben, heißt es in der Anklage. In dem Gefängnis gab es keine Frischluft, kein Warmwasser, keine Heizung, dafür eine motorbetriebene, mehrfach gesicherte Tür zum Verlies, zudem eine absperrbare Brandschutztüre und einen speziell gesicherten Schleuseneingang.
Einen genauen Überblick über die erschütternden Ereignisse in Amstetten findest du in Infobox.
Sechs Anklagepunkte
Die rechtskräftige Anklageschrift legt Josef F. Mord, Sklavenhandel, Vergewaltigung, Freiheitsentziehung, schwere Nötigung und Blutschande zur Last. Im Fall eines anklagekonformen Schuldspruchs droht ihm lebenslange Haft.
Höhergradig seelisch-geistig abartig
Zusätzlich zur Verhängung einer entsprechenden Strafe hat die Staatsanwaltschaft St. Pölten auch die Unterbringung von Josef F. in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragt. Nach dem vorliegenden psychiatrischen Sachverständigengutachten sei der Angeklagte für gesamten Tatzeitraum als zurechnungsfähig anzusehen, weise jedoch eine höhergradige seelisch-geistige Abartigkeit auf.
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