Aus Protest besetzt
Sechs Tote bei Erstürmung von Haus in Seoul
Das Feuer brach in der Früh aus, als Bereitschaftspolizisten das Gebäude erstürmen und die Besetzer vertreiben wollten. Mitglieder einer Spezialeinheit wurden per Kran in einem Schiffscontainer auf das Dach gehievt, wo sich die Demonstranten in einem behelfsmäßigen Beobachtungsturm verschanzt hatten. "Das Feuer brach aus, als die Demonstranten Farbverdünner verspritzt und Molotowcocktails auf die Polizisten geworfen haben", wurde Polizeichef Baek Dong San von der Zeitung "The Korea Times" zitiert.
Protest gegen Zwangs-Auszug
Mehr als 40 Mieter des Gebäudes hatten mit der Besetzung gegen ein Sanierungsprojekt in der Gegend protestiert. Dabei sollte auch ihr Gebäude abgerissen werden. Sie forderten nach Fernsehberichten eine höhere Entschädigung für ihren erzwungenen Auszug. Bei der Räumungsaktion wurden den Berichten zufolge 25 Menschen festgenommen. Rund 1.200 Polizisten seien für die Aktion mobilisiert worden. Nach Angaben Baeks warfen die Demonstranten 150 Brandsätze, 40 Flaschen mit Salzsäure sowie hunderte von Murmeln und Golfbällen mit Schleudern auf die Polizisten und auf benachbarte Häuser.
Erst zwei Tage zuvor hatte Staatspräsident Lee Myung Bak einen neuen Chef der nationalen Polizeibehörde ernannt. Der Vorgänger war wegen des harten Vorgehens gegen die Teilnehmer öffentlicher Protestaktionen in die Kritik geraten. Die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, dass neben der Staatsanwaltschaft auch die staatliche Menschenrechtskommission Ermittlungen zu dem Vorfall aufgenommen habe. Sie wolle untersuchen, ob bei der Räumungsaktion Menschenrechte verletzt worden seien.
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