Gerry gibt nicht auf

Maddies Vater nach Portugal zurückgekehrt

Ausland
14.01.2009 11:12
Der Vater der im Mai 2007 in Portugal verschwundenen Madeleine McCann ist nach eineinhalb Jahren wieder nach Lissabon zurückgekehrt. "Ich bin hierhergekommen, um mit meinen Anwälten zu sprechen, um neue Strategien zu entwickeln und Möglichkeiten zur Fortsetzung der Suche nach Madeleine zu analysieren", sagte Gerald McCann am späten Dienstagabend. Er wolle in der nächsten Zeit häufiger Portugal besuchen. Bis zum nächsten Geburtstag von Maddie im Mai hoffe er, seine Tochter gefunden zu haben, erklärte der Brite. Indes berichtet die "Sun", dass ein Team aus pensionierten Agenten den McCanns hilft.

Die portugiesischen Behörden stellten die Ermittlungen im Juli vergangenen Jahres gut 15 Monate nach dem spurlosen Verschwinden der damals knapp vierjährigen Maddie aus einer Luxus-Ferienanlage an der Algarve-Küste ein. Die Ermittler räumten seinerzeit ein, sie hätten keinen Schuldigen finden können, den sie für das Verschwinden von Madeleine verantwortlich machen könnten. Die Polizei verdächtigte eine Zeit lang sogar die Eltern, in das Verschwinden der Tochter verwickelt zu sein. Auch die Vorwürfe gegen einen dritten Verdächtigen, einen nahe der Ferienanlage lebenden britischen Makler, wurden fallengelassen.

880.000 Euro für Maddie-Kampagnen zur Verfügung
"Gerry interessieren Prozesse und Verfahren überhaupt nicht. Er will als Vater weitersuchen, und das ist sein gutes Recht", sagte McCanns portugiesischer Anwalt Rogerio Alves. Der Brite habe in Lissabon lediglich die britische Botschaft besucht, um dort Unterstützung zu beantragen. Am Mittwoch wolle er Portugal wieder verlassen, sagte Alves. Familiensprecher Clarence Mitchell verriet unterdessen, dass die Eltern des verschwundenen Mädchens eine Serie von Veranstaltungen in Portugal planen, "damit die Portugiesen Madeleine nicht vergessen". Aufgrund der Spendenbereitschaft vieler Menschen habe man dafür mehr als 880.000 Euro zur Verfügung.

Pensionierte "James Bonds" helfen den McCanns
Die britische Zeitung "Sun" berichtet indes, dass sich in London ein Team aus pensionierten Agenten des MI5, MI6 und Scotland Yard zusammengerottet hat, um Ermittlungen im mittlerweile prominentesten Entführungsfall Großbritanniens aufzunehmen. Die Gruppe sei entstanden, als die portugiesische Polizei ankündigte, die Ermittlungen einzustellen. Vermittelt habe eine private Sicherheitsfirma aus London, angeblich bezahlt ein britischer Multimillionär die Gehälter der Ex-Agenten.

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