Peinliche Panne
Tschechiens “EU-Kunstwerk” ist ein Schwindel
Eine Broschüre zur meterhohen Skulptur nennt etwa Helmut Bauer als Urheber des deutschen Beitrags, eines Labyrinths aus stilisierten Autobahnen. Doch einen solchen "künstlerischen Helmut Bauer" gibt es anscheinend gar nicht, fand die tschechische Nachrichtenagentur CTK am Dienstag heraus. Ebensowenig eine Österreicherin namens Sabrina Unterberger oder den Griechen Angelo Navridis.
Künstler foppte offenbar Prag
Ob alle 26 Künstler außer Cerny reine Erfindungen sind, blieb am Dienstagabend in Prag noch unklar. Am Montag war "Entropa" in Brüssel enthüllt worden. Die als Collage gestaltete Installation soll mit ihren Beiträgen aus allen EU-Mitgliedsstaaten nach tschechischer Interpretation die kulturelle Vielfalt Europas ausdrücken.
Cerny entschuldigt sich bei EU-Führung
"Das Werk sollte Künstler aus allen 27 EU-Ländern beteiligen", sagte Vondra. "Cerny trägt die volle Verantwortung dafür, seine Verpflichtungen und Versprechen nicht eingehalten zu haben." Man werde am Donnerstag weitere Informationen bekanntgeben. Cerny entschuldigte sich unterdessen in einem Schreiben an CTK bei der tschechischen EU-Führung. Es sei nicht gewollt gewesen, dass Politiker "für diese Art der politisch inkorrekten Satire Verantwortung übernehmen müssen".
Cerny ist in Deutschland durch die Bronzeskulptur "Quo Vadis" bekannt, die als vierbeiniger Trabbi im Original in Leipzig und als Kopie im Park der Deutschen Botschaft Prag an die Ausreise von DDR-Bürgern im Herbst 1989 erinnert. Mit "Entropa" war er von der tschechischen Regierung beauftragt worden. Cernys Kunstverständnis ist von Witz und Ironie geprägt.
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