Krise in Steyr

Kurzarbeit bei MAN bringt bis 25% Lohneinbußen

Oberösterreich
13.01.2009 11:14
Fünf Wochen lang sind im Steyrer MAN-Werk die Bänder stillgestanden: Am Montag starteten 2.000 Mitarbeiter wieder in die Kurzarbeit. Eine Tatsache, die die Belegschaft des Lkw-Herstellers um ihren Verdienst zittern lässt. Schon jetzt müssen Arbeiter bis zu 25 Prozent Lohneinbußen hinnehmen.

"Keiner weiß, wie es weitergeht. Die Kurzarbeit trifft uns hart", beschreibt ein MAN-Mitarbeiter die Stimmung am ersten Arbeitstag. Wie seine Kollegen muss auch er einen monatlichen Verdienstentgang von zehn Prozent und mehr in Kauf nehmen. Besserverdiener bekommen in Zeiten der Kurzarbeit gar bis zu ein Viertel weniger. "Schon jetzt sind Kollegen von mir in der fatalen Lage, Kredite nicht mehr zurückzahlen zu können", erzählt der MAN-Mitarbeiter.

Betriebsrat plädiert für vorzeitige Pensionierungen
Arbeiterbetriebsrat Karl Baumgartner ist Kurzarbeit dennoch lieber als Kündigungen: "Das Modell ist trotzdem ein großer Beitrag zur Erhaltung der Kaufkraft in der Region." Sein Lösungsvorschlag wären allerdings vorzeitige Pensionierungen: Das würde Jobs für junge Leute bringen.

Markteinbruch in Spanien und England
Konjunkturflaute und Markteinbrüche in Spanien sowie England trieben den Lkw-Produzenten im November in die Kurzarbeit. MAN-Steyr musste die Tagesproduktion bereits im Jahr 2008 von 84 auf 70 Lkw drosseln.

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