"Ich bin stolz"
Bush räumt kleine Fehler ein – trotzdem zufrieden
Kritik an seiner Entscheidung zum Einmarsch im Irak im Frühjahr 2003 wies Bush zurück. Dass nach dem Einmarsch anders als erwartet keine Massenvernichtungswaffen gefunden wurden, sei "eine große Enttäuschung" gewesen, sagte Bush. Auch der Skandal um die Misshandlung irakischer Gefangener durch US-Soldaten im Bagdader Gefängnis Abu Ghraib sei für ihn eine Enttäuschung gewesen. "Aber ich weiß nicht, ob man diese Dinge als Fehler bezeichnen kann", sagte Bush. "Lassen Sie es mich so sagen: Manches verlief nicht nach Plan."
Warnung vor neuem Angriff auf die USA
Die schwerste Aufgabe für seinen Nachfolger Barack Obama bestehe aber darin, einen den Anschlägen vom 11. September 2001 vergleichbaren Angriff auf die USA zu verhindern, wie Bush sagte. Er selbst und seine Mitarbeiter rechnen es sich als ein großes Verdienst zu, einen zweiten Großangriff auf das US-Staatsgebiet verhindert zu haben.
Bush hat die Einschätzung bekräftigt, dass von Nordkorea und dem Iran unverändert Gefahren ausgehen. Er verwies auf die Atompläne der beiden Staaten: "Nordkorea ist nach wie vor ein Problem", sagte er. Das kommunistisch regierte Land sei ebenso gefährlich wie der Iran.
Kein Verständnis für Feindseligkeit
In seiner wohl letzten Pressekonferenz als US-Präsident ging Bush auch auf die scharfe innenpolitische Kritik ein, die seinen Abschied begleitet. "In Zeiten des Kriegs werden die Leute emotional, ich verstehe das", sagte er. "Ich weiß aber nicht, warum manche Leute feindselig sind." Bush räumte aber ein, dass er durch seine Entscheidungen Kontroversen provoziert habe. "Präsidenten können sich vor schwierigen Entscheidungen und Kontroversen drücken, das ist aber nicht meine Art", sagte er. "Ich war bereit, harte Entscheidungen zu treffen."
Seinem Nachfolger Obama wünschte Bush alles Gute. Seine Wünsche verband er mit einer Warnung vor der anhaltenden Gefahr durch den Terrorismus. "Die drängendste Gefahr, mit der Obama zu tun haben wird, ist ein Angriff auf unser Land", sagte Bush. "Ich wünschte, ich könnte etwas anderes berichten, aber es gibt da draußen immer noch einen Feind, der Amerikanern Schaden zufügen will."
Bush verteidigte auf der Pressekonferenz außerdem seine wirtschaftspolitische Bilanz. Er erinnerte daran, dass die Konjunktur bei seinem Amtsantritt vor acht Jahren ebenfalls in der Krise gewesen sei. "Ich habe damals eine Rezession geerbt, nun hinterlasse ich eine Rezession", sagte Bush.
Obama wird am 20. Jänner vereidigt
Der Republikaner George W. Bush trat Anfang 2001 die Nachfolge von Bill Clinton an. 2004 wurde der frühere Gouverneur von Texas wiedergewählt. Der Demokrat Obama tritt am 20. Jänner die Nachfolge Bushs an.
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