Notkredite bewilligt

US-Regierung hilft Autobauern mit 12,5 Mrd. Euro

Ausland
20.12.2008 12:35
Die US-Autobauer erhalten vom amerikanischen Staat eine Finanzspritze von 17,4 Milliarden Dollar (rund 12,5 Milliarden Euro). Das hat Noch-US-Präsident George W. Bush am Freitag angekündigt. Mit den Notkrediten sollen die schwer angeschlagenen Konzerne General Motors (GM), Chrysler und Ford drei Monate für rasche Sanierungsschritte bekommen. Die Kredite sind an strenge Bedingungen geknüpft, so müssen die Unternehmen bis März ihre Zukunftsfähigkeit unter Beweis stellen.

In einer ersten Tranche sollen 13,4 Milliarden Dollar (knapp zehn Milliarden Euro) ausgezahlt werden, in einer zweiten Rate im Februar weitere vier Milliarden Dollar. Das Geld kommt aus dem 700-Milliarden-Dollar-Rettungspaket, das eigentlich ausschließlich für den Finanzsektor gedacht war. Die Regierung erhalte im Gegenzug stimmrechtslose Aktien, hieß es.

Kredite noch im Dezember
General Motors und Chrysler sollen die Kredite im Dezember und Jänner erhalten und bei Bedarf sofort darauf zugreifen können. Chrysler-Chef Robert Nardelli erklärte, sein Konzern werde zunächst vier Milliarden Dollar in Anspruch nehmen, GM teilte mit, die Staatshilfen würden die langfristige Sanierung des Konzerns beschleunigen. Ford will von dem milliardenschweren Kreditangebot vorerst keinen Gebrauch mache und seinen Konzernumbau zunächst ohne Staatshilfe vorantreiben. Das Unternehmen befinde sich in einer anderen Lage als die Konkurrenten General Motors und Chrysler, betonte Ford-Chef Alan Mulally am Freitag. "Wir benötigen keine kurzfristige finanzielle Hilfe von der Regierung."

"Das amerikanische Volk will, dass die Autofirmen erfolgreich sind - und ich auch", sagte Bush. Die Autobauer hatten zuletzt um das Überleben bangen müssen, da der Senat ihnen die kalte Schulter gezeigt und Hilfen verwehrt hatte. Die Aktien von GM und Ford legten kurz nach Börseneröffnung an der Wall Street deutlich zu.

Finanzhilfe ist an Auflagen geknüpft
Wie aus dem Präsidialamt verlautete, ist die Überlebenshilfen für die Autobauer allerdings an Auflagen geknüpft. Sie müssen die Überbrückungskredite bis Ende Dezember 2011 zu einem Mindestzinssatz von fünf Prozent zurückzahlen. Falls sich die Firmen trotz der Hilfen bis Ende März als nicht überlebensfähig erweisen, behält sich der Staat die Rücknahme der Gelder vor. Finanzminister Henry Paulson soll die Umsetzung der Hilfen beaufsichtigen.

Die Firmen müssen außerdem die Umweltfreundlichkeit ihrer Autoflotte verbessern und die Managerbezüge kappen. Die Konzernlenker dürfen künftig auch keine Firmenjets mehr nutzen. In der US-Öffentlichkeit hatte es für großen Unmut gesorgt, dass die Chefs der drei großen US-Autobauer zu den Kongress-Anhörungen über Staatshilfen mit diesen Jets angereist waren, statt auf Linienflüge zurückzugreifen.

GM droht ohne Hilfe die Insolvenz
Experten halten es für möglich, dass mindestens einer der drei großen US-Autobauer - Ford, Chrysler und General Motors (Bericht in der Infobox) - demnächst Gläubigerschutz anmelden könnte. Die Opel-Mutter GM allein hat einen Überbrückungskredit zwischen zehn und zwölf Milliarden Dollar erbeten. Das Unternehmen hat vor den katastrophalen Folgen für die US-Wirtschaft gewarnt, falls der Staat nicht aushilft. In den USA hängen mindestens zwei Millionen Jobs an der Autobranche.

Autobauer fahren schon länger Verluste ein
Die US-Autobauer fahren seit längerem Verluste ein, blitzen bei privaten Kreditgebern aber nicht zuletzt wegen der Finanzkrise ab. Im Zuge der Probleme bei GM hat auch die Tochter Opel die deutsche Bundesregierung um eine Bürgschaft gebeten, über die Kanzlerin Angela Merkel bis Weihnachten entscheiden will.

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