Eigentlich war nur geplant, dass das dritte Kindergartenjahr kostenlos wird. Ab Herbst 2009 sollen Eltern aber nun für alle drei Jahre nichts mehr bezahlen müssen. "Das letzte Kindergartenjahr allein wird uns nicht viel bringen. Mit den zehn bis 15 Millionen Euro vom Bund und noch etwas zusätzlicher Unterstützung schaffen wir es gleich für alle Kinder ab drei Jahren", so der Landeshauptmann.
Arbeitskräfte gebraucht
Pühringers Hauptargument liegt in der Wirtschaftspolitik. Am Arbeitsmarkt tätige Frauen mit Kindern würden - um ihren Beruf ausüben zu können - verstärkt Kindergartenplätze benötigen, so hätten sie in der Arbeitswelt die gleichen Chancen wie ihre männlichen Kollegen.
Land zahlt kräftig
Zwischen 50 und 60 Millionen Euro machen die Elternbeiträge pro Jahr aus, die durch den Gratiskindergarten nun entfallen. Zehn bis 15 Millionen Euro habe der Bund zugesagt, den Rest will Pühringer aus dem Landesbudget nehmen. "Das ist eine pädagogische Maßnahme, die wir uns leisten können", erklärte Pühringer.
Die Zahl der Kindergartenkinder werde durch diese Gratislösung steigen, glaubt der Landeshauptmann. Den Gemeinden sollen dabei aber keine Mehrkosten entstehen, ihre Beträge sollen unverändert bleiben. "Wir müssen verstärkt bauen. Eine Weile werden dabei noch Provisorien unvermeidlich sein."
Der Antrag auf eine Gesetzesänderung werde nun - ebenso wie der Bedarf an baulichen Maßnahmen - ausgearbeitet. Die 705 oberösterreichischen Kindergärten werden derzeit von 60 Prozent der Dreijährigen, 70 Prozent aller Vierjährigen und 96 Prozent aller Fünfjährigen besucht.
Erich Haider freut sich auch
Landeshauptmann-Stellvertreter und SPÖ-Chef Erich Haider steht voll hinter dem Gratis-Kindergarten: "Unsere hochwertigen Kindergärten sind keine reinen Betreuungsplätze. Dort werden wichtige soziale Kontakte geknüpft und unter bester pädagogischer Begleitung erste Bildungschancen wahrgenommen", so Erich Haider. Wenn der Besuch gratis ist und alle Eltern sich den Besuch für ihre Buben und Mädchen leisten können, bedeute das mehr Chancengleichheit und bessere Möglichkeiten zur Frühforderung aller Kinder - unabhängig von der Finanzkraft der Eltern.
Für die Lebensplanung junger Familien ist es wichtig, zu wissen, ob sie für ihre Kinder einen guten Gratis-Platz in einem Kindergarten bekommen, wo auch ein warmes Mittagessen angeboten wird. Das erleichtert die Berufstätigkeit und ist eine willkommene Entlastung des Haushaltsbudgets.
Die SPÖ Frauen haben knapp 7000 Frauen und 2000 Männer in ländlichen Regionen unter anderem auch zum Thema Kinderbetreuung befragt und das Ergebnis war eindeutig: Je besser die Kinderbetreuung ist, desto eher entscheiden sich junge Paare Eltern zu werden - das bestätigen 73% der Frauen und 65% der Männer.
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