Aus Guantanamo
US-Richter ordnet Freilassung von Häftlingen an
Im Sommer hatte das Oberste US-Gericht entschieden, dass die Guantánamo-Insassen das verfassungsmäßige Recht haben, gegen ihre Inhaftierung gerichtlich vorzugehen. Die Anordnung sei "ein schwerer Schlag gegen die Politik der US-Regierung", kommentierte der US-Fernsehsender CNN. Das Justizministerium teilte mit, dass es die Entscheidung nicht billige. Es werde erwogen, Berufung einzulegen.
Die Algerier, die auch die bosnische Staatsangehörigkeit haben, waren im Oktober 2001 unter dem Verdacht der Vorbereitung von Terroranschlägen verhaftet worden. Im Jänner 2002 wurden sie schließlich an die USA ausgeliefert. Seitdem befinden sie sich im Gefangenenlager im US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba. Die Staatsanwaltschaft in Sarajevo hatte im Juni Ermittlungen gegen den früheren bosnischen Ministerpräsidenten Zlatko Lagumdzija wegen des Vorwurfs der illegalen Auslieferung aufgenommen.
Schicksal von 250 Gefangenen weiter unklar
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International begrüßte das Urteil des Höchstgerichts. Die Entscheidung sei ein weiterer Schlag gegen die Regierung von Präsident George W. Bush und seine Politik der unbegrenzten Gefangenschaft. Derzeit sitzen noch rund 250 Gefangene in Guantanamo ein. Es ist bisher nicht geklärt, was mit freigelassenen Gefangenen passiert, die nicht in ihre Heimat zurückkehren können, weil ihnen dort Folter oder Haft droht.
Vermutlich werde die Anordnung über die Freilassung der fünf Männer die Pläne des künftigen Präsidenten Barack Obama beschleunigen, das Gefangenenlager zu schließen, schrieb das "Wall Street Journal" am Freitag.
Obama könnte Guantanamo Ende 2009 schließen
Der UNO-Sonderberichterstatter für Folter, Manfred Nowak, sagte am Freitag, eine möglichst schnelle Schließung hänge vom politischen Willen Obamas ab. "Wir stehen alle bereit. Es gibt einen Plan, bis spätestens Ende 2009 das Lager zu schließen." Er habe sich ausdrücklich für eine Aufnahme von ehemaligen Guantanamo-Insassen durch Österreich eingesetzt und sei dabei grundsätzlich auf offene Ohren gestoßen. Österreich wolle aber eine koordinierte Vorgehensweise Europas abwarten.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.