Prämien gestrichen

General Motors kürzt Manager-Gehälter bei Opel

Ausland
19.11.2008 14:55
Die Führungskräfte der europäischen General-Motors-Tochter Opel müssen ab sofort auf Teile ihres Einkommens verzichten. Das berichtet die "Bild"-Zeitung in ihrer Mittwochausgabe unter Berufung auf Angaben von General Motors Europa. Demnach hat GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster für die kommenden 14 Monate konzernweit alle vertraglich zugesicherten Bonuszahlungen, Prämien und sonstigen Sondervergütungen gestrichen.

Die Regelung gelte für die oberen Management-Ebenen an allen europäischen Standorten, also auch im Saab-Werk Trollhättan in Schweden, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter. Hintergrund sei die wirtschaftlich schwierige Lage des Mutterkonzerns. Opel-Konzernbetriebsratschef Klaus Franz sagte demnach, die Kürzungen seien "angesichts der Situation von General Motors ein richtiger Schritt und ein deutliches Zeichen".

Einführung der 30-Stunden-Woche geplant
Außerdem wird Opel im kommenden Jahr weniger Fahrzeuge herstellen und erwägt daher die Einführung einer 30-Stunden-Woche. "Wir bereiten uns auf schlechte Zeiten vor und korrigieren unsere Volumenplanung für 2009 um gut zehn Prozent nach unten", sagte Opel-Geschäftsführer Hans Demant der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Personal soll aber offenbar nicht abgebaut werden.

Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sagte dem Blatt, dass über die 30-Stunden-Woche in fast allen europäischen Werken nachgedacht werde. Ausnahme sei das Stammwerk in Rüsselsheim, wo die Produktion des neuen Mittelklassemodells Insignia anlaufe. Er werde über Teillohnausgleiche und Kurzarbeitergeld sprechen, sagte Franz. "Wir werden die geplante Volumenreduzierung ohne Personalabbau bewältigen."

US-Autobauer fordern riesige Finanzspritze
Indes fordern die drei großen Autobauer der USA - General Motors, Ford und Chrysler - insgesamt 25 Milliarden Dollar, rund 19,8 Milliarden Euro, an staatlichen Finanzhilfen. "Unsere Branche braucht eine Brücke, um den finanziellen Abgrund zu überbrücken, der sich vor uns aufgetan hat", erklärte General-Motors-Vorstandschef Rick Wagoner vor dem Bankenausschuss des Senats. Wagoner machte keine eigenen Management-Fehler, sondern die Finanzkrise für die schlechte Lage verantwortlich. Ein Zusammenbruch der Branche würde den Verlust von drei Millionen Arbeitsplätzen bedeuten, warnte der Chef der Opel-Konzernmutter.

Chrysler steht nach eigenen Angaben vor dem Abgrund, falls man keine staatliche Finanzspritze erhält. Konzernchef Robert Nardelli erklärte vor dem Ausschuss, Chrysler habe pro Monat zwischen vier und fünf Milliarden Dollar an Kosten für Löhne und Gehälter, zur Bezahlung der Rechnungen von Zuliefern und anderes. Falls Chrysler Insolvenz beantrage, wären die Kosten für eine Umstrukturierung größer als die Ausgaben, die der Staat für eine Überbrückungshilfe zahlen müsse, sagte Nardelli weiter. Und es sei nicht sicher, dass Chrysler nach einer Insolvenz weiterbestehen könne.

Beide Manager erklärten auf Nachfragen von Senatoren, sie seien bereit, über einen Gehaltsverzicht nachzudenken, um ihre Opferbereitschaft unter Beweis zu stellen.

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