Kampf dem Terror

Mindestens 12 Tote bei US-Luftangriff in Pakistan

Ausland
14.11.2008 12:19
Bei einem mutmaßlichen US-Luftangriff in der pakistanischen Provinz Nord-Waziristan sind am späten Donnerstagabend bis zu zwölf Menschen ums Leben gekommen. Eine unbemannte US-Drohne habe Raketen auf die als Hochburg des Terrornetzwerks Al Kaida und der radikalislamischen Taliban geltende Region abgefeuert, teilten lokale Regierungsvertreter mit. Unter den Toten seien auch fünf Ausländer. Ziel des Angriffs sei ein abgelegenes Dorf an der Grenze zwischen Nord- und Süd-Waziristan gewesen.

Die Region ist eine Hochburg des Chefs der pakistanischen Taliban, Baitullah Mehsud. Er gilt als Drahtzieher einer Reihe von Selbstmordanschlägen, darunter auch dem auf die frühere pakistanische Ministerpräsidentin Benazir Bhutto im Dezember. Die grenzüberschreitenden Angriffe der US-Streitkräfte von Afghanistan aus stoßen in Pakistan auf massive Kritik. Armeechef Ashfaq Kayani reist kommende Woche nach Brüssel, um dort Kreisen zufolge mit NATO-Vertretern über dieses Thema zu beraten.

Osama Bin Laden isoliert
Nach Ansicht des US-Geheimdienstes CIA stellt das Terror-Netzwerk Al Kaida nach wie vor die größte terroristische Einzelgefahr für die US-Sicherheit dar. Zwar sei Terroristenchef Osama bin Laden zusehends isoliert von Al Kaida. Doch sei es dem Terrornetzwerk gelungen, sich in den Stammesgebieten entlang der afghanisch-pakistanischen Grenze neu zu organisieren, sagte CIA-Direktor Michael Hayden in der Nacht auf Freitag in Washington.

Al Kaida in Pakistan unter Druck
Die Rückzugsgebiete der Terroristen in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion seien ein besonderes Problem. "Heute hat praktisch jede größere terroristische Bedrohung, die meine Dienste verfolgen, Verbindungen in die Stammesgebiete", sagte Hayden. Allerdings gerate Al Kaida auch dort zunehmend unter Druck, räumte Hayden offenbar mit Blick auf Aktionen pakistanischer Sicherheitskräfte sowie die umstrittenen Einsätze des US-Militärs auf pakistanischem Boden ein. Die pakistanische Regierung hatte jüngst gegen diese US-Einsätze protestiert; die USA übernahmen allerdings offiziell nicht die Verantwortung für solche Aktionen.

Bin Laden sei weitgehend abgeschnitten von den täglichen Aktivitäten des Terrornetzwerks, berichtete Hayden. Er sei gezwungen, "einen Großteil seiner Energie seinem eigenen Überleben zu widmen". Dennoch bleibe die Suche nach ihm eine Priorität der CIA. Bin Laden soll sich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet versteckt halten.

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