Bali-Bomber

Drei Attentäter in Indonesien hingerichtet

Ausland
09.11.2008 18:03
In Indonesien sind am Samstag drei Männer hingerichtet worden, die als Drahtzieher der Bombenattentate von Bali vor sechs Jahren zum Tode verurteilt wurden. Die muslimischen Extremisten sind im Morgengrauen auf der Gefängnisinsel Nusakambangan vor ein Erschießungskommando gestellt worden. Die Männer hatten vergeblich einen Antrag gestellt, statt erschossen enthauptet zu werden.

Imam Samudra (38), Amrozi Nurhasyim (46) und Ali Ghufron (48) waren 2003 als Drahtzieher des folgenschwersten Terroranschlags in der indonesischen Geschichte zum Tode verurteilt worden. Dabei waren auf der Insel Bali vor sechs Jahren 202 Menschen ums Leben gekommen, die meisten von ihnen ausländische Touristen. Die Sprengsätze waren an einem Samstagabend in voll besetzten Diskotheken beziehungsweise auf einer Straße der populären Vergnügungsmeile von Kuta detoniert.

Die drei Männer gehörten der regionalen Terrororganisation Jemaah Islamiyah an, die Verbindungen zum islamistischen Terrornetzwerk Al Kaida pflegt, und hatten nie Reue wegen der Anschläge gezeigt. Das Ziel der Terrororganisation war es, Ausländer von Reisen nach Indonesien abzuschrecken und den Inselstaat zu einem islamischen Kalifat zu machen. Indonesien ist das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung. Zuletzt vereitelte die Polizei eigenen Angaben zufolge im Oktober ein Attentat, das sich gegen ein Öllager in Jakarta richten sollte.

Proteste der muslimischen Extremisten
Nach der Hinrichtung haben Hunderte muslimische Extremisten auf der indonesischen Insel Java protestiert und die drei Männer als Märtyrer gefeiert. In der Moschee von Serang drängten sich am Sonntag rund tausend Menschen um den Leichnam des 38-jährigen Imam Samudra. Viele reckten die Fäuste und riefen "Allah ist groß". 

Australien verschärfte seine Reisehinweise für Indonesien und Außenminister Stephen Smith warnte im Fernsehen vor Racheakten. Ein Großteil der Opfer der Bali-Anschläge stammte aus dem Land.

Terrorgruppe mittlerweile zersplittert
Indonesiens Anti-Terror-Einheit hat Behördenangaben zufolge in den vergangenen Monaten bei einer Serie von Razzien mehrere Führungskräfte der Jemaah Islamiyah festgenommen. Die Gruppe sei inzwischen zersplittert und genieße nur noch bei wenigen Indonesiern Unterstützung, sagten australische Experten. Dennoch warnten sie vor einer Hinrichtung der Attentäter. Der Vollzug des Todesurteils drohe den Extremisten wieder Auftrieb zu geben, sagten sie. Indonesien hatte bereits vor der Exekution die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Australische Bali-Opfer äußerten Genugtuung über die Hinrichtung. "Sie mussten den ultimativen Preis für das bezahlen, was sie taten", sagte Peter Hughes, der den Anschlag mit schweren Verbrennungen überlebte. "Diese Männer haben einen Massenmord begangen."

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