Wer hat wie viel?
Es ist “Steuertag” in Finnland
Natürlich weiß jeder, dass sich Ex-Nokia-Chef Jorma Ollila jeden Wagen leisten kann, den er sich wünscht, aber es ist trotzdem nützlich zu wissen, dass Ollila, der sich unter anderem als Verwaltungsratspräsident des Ölkonzerns Shell verdingt, im vergangenen Jahr rund 9,7 Millionen Euro Gehalt eingestrichen hat. Oder dass sich Ollilas Nachfolger, Olli-Pekka Kallasvuo, mit "nur" 3,25 Millionen Euro begnügen muss, während sein Stellvertreter Anssi Vanjoki jährlich 3,47 Millionen Euro kassiert.
Die Mehrheit der Finnen spielt freilich nicht in der Millionen-Liga. In der Politik muss man sich schon mit deutlich weniger zufriedengeben. Durchschnittlich 120.000 Euro erhalten finnische Minister im Jahr - so mancher jugendliche Rockmusiker würde dafür vielleicht gar nicht erst aus dem Bett steigen...
Finnische Zeitungen warten in den nächsten Tagen traditionell mit dicken Steuer-Sonderbeilagen auf. Tausende wohlhabende Finnen - Geschäftsleute, Politiker oder Künstler - finden dort oder im Internet ihren Namen und dahinter ihr versteuertes Einkommen. Wer seinen Nachbarn nicht in der Liste findet, macht sich im Zweifel wirklich auf den Weg ins Finanzamt und lässt sich's dort sagen.
"Verbesserte Transparenz"
Allein schon bei dem Gedanken daran dürften vielen mitteleuropäischen Steuerzahlern die Haare zu Berge stehen. In Finnland dagegen wird die Maßnahme mit verbesserter Transparenz begründet. Kritiker behaupten, sie fördere nur Neid und Missgunst. Auf jeden Fall bietet sie anregenden Gesprächsstoff...
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