Di, 21. August 2018

Lob und Tadel

21.10.2008 10:22

Die hohe Kunst des richtigen Feedbacks

Jemand anderem richtig Rückmeldung über das zu geben, was er gut oder eben nicht gut gemacht hat, ist gar nicht so einfach – speziell im letzteren Fall. Denn wie sagt man jemandem richtig, dass das, was er soeben vollbracht hat, nicht gut angekommen ist? Viele schweigen und sagen nichts, soll doch der andere glauben, dass alles in Ordnung sei. Dabei ist Feedback sehr wichtig für unsere Weiterentwicklung. Und eine offene Kommunikation hilft dabei, Konflikte zu vermeiden und die Leistung in Summe zu steigern. Hier erfährst du, wie du den Spagat zwischen Ehrlichkeit und Freundlichkeit schaffst.

Feedback gibt dir die Möglichkeit, aus deinem Verhalten und deinen Entscheidungen zu lernen – du kannst deinen eigenen Erfahrungshorizont um die Sichtweise von anderen erweitern. Denn oft gehen wir mit Scheuklappen durchs Leben und nehmen nur unseren eigenen Blick auf die Dinge wahr. Ziel von Feedback sollte es daher sein, dass du dir deiner Verhaltensweisen bewusst wirst und erkennst, wie du selbst oder das, was du tust, auf andere wirkt. Das kann teilweise eine gravierende Verschiebung des Selbstbildes bewirken, nämlich dann, wenn jemand der Meinung ist, dass alles, was er tut, großartig ankommt – und durch das Feedback erfährt, dass das eigentlich nicht so ist.

Wie gibst du richtig Feedback?
Die wichtigste Grundregel beim Feedback-Geben ist, nicht verletzend zu sein. Du solltest eine Verbesserungsmöglichkeit beim anderen nur dann ansprechen, wenn es hilfreich für ihn ist und ihn weiterbringt, daher konstruktiv ist. Keinesfalls sollten emotionale Vorwürfe in das Feedback hineinspielen, die Kritik muss sachlich bleiben. Auch gilt es, relativ konkret zu sein. Äußerungen wie „Es hat mir einfach nicht gefallen“ sind fehl am Platz – was genau hat nicht gefallen? Wo genau war der Fehler? Auch subjektive Eindrücke und Empfindungen dürfen einfließen, solange du es gut nachvollziehbar machen kannst. Weiters solltest du dich beim Feedback auf deine eigenen Ansichten beziehen und nicht verallgemeinern oder gar für die ganze Kollegenschaft sprechen. Sonst baust du eine Mauer auf, und der Feedback-Empfänger nimmt deine Botschaft nicht mehr wahr. Achte auch darauf, dich beim Feedback auf die wichtigsten Punkte zu beschränken, um den Empfänger nicht zu überfordern.

Feedback-Sandwich
Richtigerweise sollte Feedback nicht nur negativ sein, sondern immer auch positive Entwicklungen und Beobachtungen aufgreifen. Die Sandwich-Theorie schlägt daher vor, Feedback immer in positive Anmerkungen zu verpacken: eine „Scheibe“ positiv, der „Belag“ mit Verbesserungspotenzialen und dann wieder eine positive „Sandwichscheibe“ zum Abschluss. Das kann beispielsweise so aussehen: „Du hast den Einstieg sehr gut gemeistert, im Hauptteil der Präsentation warst du für meine Begriffe zu schwammig, dafür hast du einen sehr positiven Abschluss gemacht.“. Derart eingebettet kann man mit der Kritik besser umgehen.

Feedback annehmen
Aber nicht nur das Geben von Feedback ist herausfordernd, auch das Annehmen von Rückmeldungen ist nicht so leicht. Schließlich musst du dir eine Reihe von Vorwürfen an den Kopf werfen lassen, ohne dich verteidigen zu können. Doch das musst du auch nicht. Verändere deinen Blickwinkel auf Feedback derart, dass du es als Hilfestellung für Verbesserungen annimmst. Du solltest dir daher die Rückmeldung in Ruhe ohne Unterbrechungsversuch zu Ende anhören und dich dann dafür bedanken. Sieh es, soweit möglich, emotionslos und notiere dir, was du das nächste Mal verbessern solltest. Du musst dich weder rechtfertigen noch verteidigen. Wenn du das Gefühl hast, es liegt ein Missverständnis vor, dann kannst du das ruhig und sachlich ansprechen oder einfach nachfragen, wie du die Kritik zu verstehen hast.

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