Anrainer-Protest

Geplantes Schubhaftzentrum grenzt an Siedlung

Steiermark
30.08.2008 13:41
Wegen des geplanten Schubhaftzentrums in Leoben ist Feuer am Dach! Der Bund will den Bau bereits 2009 in unmittelbarer Nähe zur Bürgerwaldsiedlung aus dem Boden stampfen. Die betroffenen Anrainer sind in Aufruhr, wollen in letzter Instanz sogar den Verwaltungsgerichtshof anrufen.
In der Bürgerwaldsiedlung geht die Angst um. "Die drei größten Schubhaftzentren Europas wurden durch Brandstiftung völlig zerstört. Es gab zahlreiche Tote, unzählige Insassen sind entkommen", alarmiert Wolfgang Schade, einer der Betroffenen. Dass man nun eine solche "Zeitbombe" ausgerechnet in ein Siedlungsgebiet pflanzen will, versteht in Leoben kaum jemand.

"Offiziell sind alle gegen den Bau"
Von der Politik fühlen sich die verzweifelten Anrainer im Stich gelassen: "Offiziell sind alle gegen den Bau. Trotzdem wird hier in aller Stille und atemberaubenden Tempo allgemeines Wohngebiet zu einer Gefängnis-Bedarfsfläche umgewidmet", kritisiert Schade verärgert. 

"Enorme Wertminderung der Wohnungen"
Das Sprachrohr der Hunderten Bewohner bringt noch einen weiteren Aspekt ins Spiel: "Leobens bester Wohnraum - erst 2007 entstanden übrigens die letzten Häuser - wird hier für immer zerstört. Die Wertminderung der 225 Eigentumswohnungen liegt im Millionenbereich!" 

Die Obersteirer kündigen an, das Projekt mit allen Mitteln zu bekämpfen: "89 Bewohner sowie die Siedlungsgenossenschaft Leoben haben im laufenden Verfahren Beschwerde eingelegt", weiß Schade. Sollte dennoch keine Vernunft einkehren, droht man mit dem Verwaltungsgerichtshof - und/oder der Abwanderung aus Leoben... 

von Barbara Winkler und Heinz Weeber, "Steirerkrone"
Symbolbild

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