Frau Hochwarter, was hat sie skeptisch gemacht?
"Ich arbeite seit zweieinhalb Jahren in dem Brucker Wettcafé. Ganz am Anfang bin ich Opfer eines Wechselbetrügers geworden. Seine Beute, 400 Euro, hab ich ersetzen müssen. Seitdem bin ich bei Kunden genau. Im konkreten Fall hab ich den Typ wiedererkannt."
Wiedererkannt?
"Am 15. August ist der Täter in der Europlay-Filiale Mariahilferstraße in Graz gefilmt worden. Die Zentrale hat uns das Bild gemailt. Sonntag um 15.20 Uhr ist der mollige Typ zu mir ins Café gekommen, wollte einen 500 Euro-Schein wechseln. Ich hab den Mann erkannt - und nach meinen Regeln gespielt..."
Wie haben sie den Verdächtigen hingehalten?
"Erst hab ich ihm fünf Hunderter gegeben, er wollte - seine Masche - danach kleine Scheine. 'Die muss ich aus dem Tresor nehmen', hab ich gesagt. Er ist währenddessen zu seinem Auto, um Zigaretten zu holen. In der Zwischenzeit hab ich angerufen - leider die Stadtpolizei: 'Wir sind nicht zuständig.' Ein zweiter Anruf ging nicht mehr, denn der Typ war wieder da. Unter einem Vorwand bin ich in den Nebenraum, hab ein SMS an meine Kollegin in der Mittergasse geschrieben: 'Ruf die Polizeiinspektion Bruck an. Der Betrüger ist da!'"
Und der Verdächtige hat weiter aufs Geld gewartet?
"Ja, ich hab ihn für 15 bis 20 Minuten vertröstet - wegen dem Zeitschloss im Tresor. Er ist geblieben, hat mich sogar auf einen Kaffee eingeladen."
Die Polizeistreife kam. Wie war seine Reaktion?
"Der Mann hat sich ohne Widerstand festnehmen lassen - als ob die Uniformierten einen Unschuldigen erwischt hätten!"
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