Spanair-Absturz

Techniker verschwiegen der Polizei Problem

Ausland
29.08.2008 18:40
Flugzeugtechniker auf dem Madrider Flughafen sollen der Polizei verschwiegen haben, dass die Spanair-Unglücksmaschine tagelang mit abgeschaltetem Umkehrschub-Mechanismus geflogen war. Wie der spanische Radiosender Cadena SER berichtete, wurden die Ermittler erst bei der Prüfung der Wartungsbücher des abgestürzten Flugzeugs darauf aufmerksam, dass die Schubumkehr an einem Triebwerk drei Tage vor der Katastrophe aufgrund technischer Probleme blockiert worden war.

Die zuständigen Techniker des Madrider Flughafens und der Gesellschaft Spanair sollen nach Presseberichten vom Freitag nun erneut von der Polizei vernommen werden. Die Maschine vom Typ MD-82 war am 20. August unmittelbar nach dem Start vom Madrider Flughafen abgestürzt und in Flammen aufgegangen. 154 Menschen starben, 18 wurden verletzt.

Ein Fehler beim Umkehrschub könnte nach Medienberichten bei dem Unglück eine Rolle gespielt haben. Spanair wies darauf hin, dass es bei Flugzeugen dieses Typs durchaus zulässig sei, eine begrenzte Zeit mit einem abgestellten Umkehrschub-Mechanismus zu fliegen. Die Schubumkehr dient bei der Landung als zusätzliche Bremse. Mehrere Zeitungen hatten unter Berufung auf Experten und Ermittler berichtet, die Schubumkehr an einem Triebwerk sei eingeschaltet gewesen (siehe Infobox!).

Schon zuvor Probleme mit Unglücksmaschine
Die in Madrid verunglückte Spanair-Maschine hat im vergangenen Monat einen Start wegen eines Fahrwerksproblems abgebrochen. Wie ein Sprecher der spanischen Fluggesellschaft am Mittwoch bestätigte, hörte der Pilot der MD-82 auf dem Rollfeld ein lautes Geräusch und brach deshalb den Start in Palma auf Mallorca ab und kehrte zum Gate zurück. Ein Mechaniker habe dann das Problem behoben und der Flug mit 167 Passagieren an Bord sei 44 Minuten später ohne Probleme fortgesetzt worden.

Unmittelbar vor der Katastrophe auf dem Madrider Flughafen hat Spanair übrigens tatsächlich erwogen, die Unglücksmaschine durch eine andere Maschine zu ersetzen. Entsprechende Gerüchte während der vergangenen Tage bestätigte am Freitag die spanische Verkehrsministerin Magdalena Alvarez im Parlament. Das Unternehmen habe sich dann aber doch dafür entschieden, das Flugzeug von Typ MD-82 von einem Techniker überprüfen und starten zu lassen.

Gedenkgottesdienst verschoben
Unterdessen ist ein Gedenkgottesdienst für die Opfer des Flugzeugunglücks auf den 11. September verschoben worden. Dies teilte das Erzbistum von Madrid mit. Damit solle die Teilnahme hochrangiger Politiker ermöglicht werden, sagte ein Sprecher zur Begründung. Am ursprünglich vorgesehenen Montag findet in Brüssel ein EU-Sondergipfel zur Krise im Kaukasus statt. Spanische Zeitungen berichteten, ein weiterer Grund für den Aufschub seien Schwierigkeiten bei der Identifizierung aller Opfer.

Bei dem Flugzeugunglück am Mittwoch vergangener Woche in Madrid wurden 154 Menschen getötet. Nur 18 Menschen überlebten das Unglück.

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