Anschlag in China

Polizisten in Xinjiang getötet – Panzer in Peking

Ausland
12.08.2008 14:06
Der Nordwesten Chinas kommt nicht zur Ruhe: In der Autonomieregion Xinjiang ist am Dienstag erneut ein tödlicher Anschlag verübt worden - der Dritte in einer Woche. Die amtlichen Informationen: Ein unbekannter Angreifer habe an einem Straßenkontrollpunkt nahe der Stadt Kashgar drei Polizisten erstochen. Ein vierter Polizist sei bei der Attacke verletzt worden. In Peking wurden indes sogar Panzer und Sonderkommandos (siehe Video) auf das Olympia-Gelände verlegt, um Terrorakte zu verhindern.

Erst vor einer Woche fielen in Kashgar 16 Polizisten einem Attentat zum Opfer, das angeblich von einem jungen Gemüsehändler und einem Taxifahrer "von langer Hand geplant war". Am Wochenende starben elf Menschen bei Bombenanschlägen und Feuergefechten zwischen Polizisten und mutmaßlichen muslimischen Rebellen. Auch hier gab es widersprüchliche Angaben über das tatsächliche Ausmaß der Todesfälle und Ereignisse. Am Dienstag seien die Angreifer bei dem Kontrollpunkt aus dem Auto gesprungen und hätten den Polizisten tödliche Stichwunden zugefügt. Explosionen habe es keine gegeben.

Uiguren kämpfen für freies Xinjiang
Die chinesischen Behörden haben für die bisherigen Anschläge in Xinjiang uigurische Extremisten verantwortlich gemacht, die für eine Unabhängigkeit der mehrheitlich von Muslimen bewohnten Region kämpfen. Chinas Reaktionen auf die Attacken waren jeweils von erbarmungsloser Härte gekennzeichnet. Beim ersten Anschlag wurden etwa zwei japanische Reporter, die sich offenbar zu genau für die Anschlägen interessierten, in ein Hotel verschleppt und verprügelt. In allen Fällen wurden sofort die Kommunikationsmittel beschnitten, das Internet komplett abgeschaltet.

Militär und Panzer vor Olympia-Zentren
Fast zeitgleich mit dem jüngsten Anschlag wurden die Sicherheitsvorkehrungen in der Olympia-Stadt Peking weiter verschärft. Panzerfahrzeuge der paramilitärischen Eliteeinheiten fuhren am Dienstag vor dem Hauptpressezentrum und in der Nähe des Nationalstadions auf. Beim olympischen Dorf wurden schwer bewaffnete Sonderkommandos postiert. Auch an den Eingängen zum Olympia-Gelände tauchten die in Kampfanzüge gekleideten und mit Maschinenwaffen ausgerüsteten Soldaten auf.

Das Olympia-Organisationskommando BOCOG erklärte, es gebe keine konkrete Gefahr. Die Maßnahmen seien zum Schutz von Athleten, Journalisten und Besuchern gedacht. BOCOG-Generalsekretär Wang Wei betonte gleichzeitig, die Entscheidung sei von den "zuständigen Autoritäten" getroffen worden. "Uns wurde mitgeteilt, dass es eine reine Sicherheitsmaßnahme ist und es keine Probleme für das Dorf gibt", sagte der deutsche Teamsprecher Gerd Graus. Die Schützenpanzer trugen die Aufschrift "Wujing" - bewaffnete Polizei, die in China Teil der Volksbefreiungsarmee ist.

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