Bulgariens Bauern
Protest mit Kälber-Schlachtung auf offener Straße
Die Bauern in Wratsa sehen sich durch die fehlenden Zuschüsse in ihrer Existenz bedroht und hatten am Mittwoch angekündigt, zunächst vier Kälber zu schlachten und zu grillen, "weil es für Bulgaren in verzweifelten Situationen üblich ist zu essen und zu trinken". Bevor die Polizei einschritt, hatten sie zwei der Jungtiere getötet. Die Tierschädel wollten sie den Regiergenden der von den Sozialisten geführten Dreierkoalition schicken, die "den Tierzuchtsektor in Bulgarien zerstört haben", doch dazu kam es nicht mehr.
Großdemos und Straßenblockaden
Zusammenstöße zwischen Milchbauern und der Polizei gab es bereits am Dienstag in Südbulgarien. In der südlichen Provinz Kardschali (Kardjali) demonstrieren die Farmer seit Tagen gegen die Regierung und die Entscheidung der EU-Kommission. In Städten wie Stara Zagora und Plowdiw (Plovdiv) sollen in den nächsten Tagen Massenkundgebungen stattfinden sowie landesweit Straßenblockaden errichtet werden.
EU setzte Fördermittel aus
Beklagt werden von den Bauern seit jeher hohe Futterpreise und mangelnde staatliche Subventionierung. Vor einer Woche hatte schließlich Brüssel die Aussetzung von EU-Finanzhilfen in Höhe von einer Milliarde Euro mit dem Missbrauch von EU-Mitteln und der Korruption in dem südosteuropäischen Land begründet.
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