Bulgariens Bauern

Protest mit Kälber-Schlachtung auf offener Straße

Ausland
30.07.2008 15:37
In ihren Protesten gegen mangelnde staatliche Unterstützung und den Stopp von EU-Subventionen haben die bulgarischen Bauern am Mittwoch ein blutiges Kapitel aufgeschlagen: In der Stadt Wratsa am Fuße des Balkangebirges wurden auf offener Straße Kälber getötet. Die Polizei beendete daraufhin die grausliche Demo, der Vorsitzende des bulgarischen Milchbauernverbandes, Adrian Tsakonski, und drei weitere Demonstranten wurden festgenommen, weil sie dem öffentlichen Abschlachten nicht Einhalt geboten hatten.

Die Bauern in Wratsa sehen sich durch die fehlenden Zuschüsse in ihrer Existenz bedroht und hatten am Mittwoch angekündigt, zunächst vier Kälber zu schlachten und zu grillen, "weil es für Bulgaren in verzweifelten Situationen üblich ist zu essen und zu trinken". Bevor die Polizei einschritt, hatten sie zwei der Jungtiere getötet. Die Tierschädel wollten sie den Regiergenden der von den Sozialisten geführten Dreierkoalition schicken, die "den Tierzuchtsektor in Bulgarien zerstört haben", doch dazu kam es nicht mehr.

Großdemos und Straßenblockaden
Zusammenstöße zwischen Milchbauern und der Polizei gab es bereits am Dienstag in Südbulgarien. In der südlichen Provinz Kardschali (Kardjali) demonstrieren die Farmer seit Tagen gegen die Regierung und die Entscheidung der EU-Kommission. In Städten wie Stara Zagora und Plowdiw (Plovdiv) sollen in den nächsten Tagen Massenkundgebungen stattfinden sowie landesweit Straßenblockaden errichtet werden.

EU setzte Fördermittel aus
Beklagt werden von den Bauern seit jeher hohe Futterpreise und mangelnde staatliche Subventionierung. Vor einer Woche hatte schließlich Brüssel die Aussetzung von EU-Finanzhilfen in Höhe von einer Milliarde Euro mit dem Missbrauch von EU-Mitteln und der Korruption in dem südosteuropäischen Land begründet.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
30.07.2008 15:37
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung