Neue Terror-Art

Wieder Attentat mit Bagger in Jerusalem

Ausland
22.07.2008 15:36
In Jerusalem hat erneut ein Mann mit einem Bagger gezielt Autos gerammt. Mindestens elf Menschen wurden nach Angaben von Rettungsdiensten dabei verletzt, einer davon schwer. Der Fahrer sei erschossen worden, teilte ein Polizeisprecher am Dienstag mit. Der Zwischenfall ereignete sich in der Nähe des King-David-Hotels, in das der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama am selben Tag einziehen sollte. Zum Zeitpunkt des Anschlags empfing der israelische Präsident Shimon Peres etwa einen Kilometer entfernt in seinem Amtssitz Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas.

Der Jerusalemer Polizeichef Ilan Franko teilte mit, ein Passant und ein Polizist hätten auf den Attentäter geschossen und ihn getötet. Er habe zuvor auf der zentralen King-David-Straße mit dem Fahrzeug zwei Autos und einen Bus gerammt.

Wieder Palästinenser aus Ost-Jerusalem
Polizeikräfte sperrten den Ort des Anschlags weiträumig ab. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht. Einer von ihnen erlitt nach Medienberichten schwere Beinverletzungen, die anderen wurde nur leicht verletzt. Der Angreifer, der auf einer Baustelle arbeitete, trug den Berichten zufolge eine israelische Identitätskarte bei sich und stammte aus Ost-Jerusalem. Palästinensischen Angaben zufolge handelt es sich bei ihm um den 22 Jahre alten Ghassan Abu Tair, der mit dem in Israel inhaftierten Parlamentarier Mohammed Abu Tair von der radikalislamischen Hamas-Organisation verwandt ist.

Vor drei Wochen hatte ein Palästinenser aus dem arabischen Ostteil Jerusalems bei einer blutigen Amokfahrt mit einem Bulldozer drei Israelis getötet, darunter eine gebürtige Österreicherin. Israel kündigte daraufhin an, man wolle Einwohnern Ost-Jerusalems, die an Anschlägen beteiligt sind, die Aufenthaltsgenehmigung entziehen und ihren Besitz konfiszieren.

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