"Sklaven Roms"

Bossi schmäht die italienische Nationalhymne

Ausland
21.07.2008 21:03
Italiens Reformminister Umberto Bossi hat wieder einmal mit einer Provokation auf sich aufmerksam gemacht: Der Chef der rechtspopulistischen Partei Lega Nord hat die Nationalhymne und den Staat geschmäht und damit seine Koalitionspartner gegen sich aufgebracht. Während eines Parteitreffens der Lega in Padua sagte Bossi am Sonntag laut Nachrichtenagentur Ansa: "Wir dürfen nicht länger Roms Sklaven sein", wie es in der Hymne heiße, und zeigte dabei den Stinkefinger.

Bossi forderte zum Kampf gegen die "zentralistische Kanaille" auf. "Entweder bekommen wir die Reformen oder es gibt Krieg und wir werden siegen", fügte er hinzu. Notwendig sei der Kampf gegen "den faschistischen Staat", die Zeit sei reif, "all dem ein Ende zu setzen".

Nationalgefühl beleidigt - Rücktrittsforderungen
Aus der linken Opposition kam die Forderung nach Bossis Rücktritt. Nachdem als erster Verteidigungsminister Ignazio La Russa von Bossi eine Entschuldigung verlangte, stellte sich am Montag neben anderen auch der Präsident des Abgeordnetenhauses, Gianfranco Fini von der postfaschistischen Alleanza Nazionale (AN) gegen Bossi. Niemand dürfe das Nationalgefühl beleidigen, am wenigsten aber ein Minister der Republik, sagte Fini im Parlament.

Die Lega Nord stellt in der Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi vier Minister. Die föderalistische und fremdenfeindliche Partei wettert bevorzugt gegen die "große Diebin Rom", die das Volk in Norditalien durch "Zwangssteuern" ausplündere, und setzt sich für einen eigenen Freistaat "Padanien" in der Po-Ebene ein.

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