Absturz überlebt

Sektengründer bei Hubschrauber-Unfall verletzt

Ausland
19.07.2008 14:14
Moon Sun-myong (im Bild bei einer Massentrauung), Gründer und Oberhaupt der "Vereinigungskirche" genannten Moon-Sekte, ist bei einem Hubschrauber-Unfall in Südkorea verletzt worden. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap am Samstag berichtete, brach in dem Sanitätshelikopter nach einer Notlandung in der Nähe eines Krankenhauses in Gapyeong ein Feuer aus. Sieben der 16 Insassen mussten mit Verletzungen behandelt werden, unter ihnen auch der 88-jährige Sektengründer und seine Frau.

Die Sekte bezeichnete den Absturz als "kleinen Unfall". Moon und seine Frau seien in Sicherheit. Das 40 Kilometer von Seoul entfernte Cheongshim-Krankenhaus, in dessen Nähe sich das Unglück ereignete, befindet sich im Besitz der Sekte.

Die 1954 gegründete Sekte, die mit ihren Massentrauungen immer wieder für Aufsehen sorgt, ist in rund 200 Staaten aktiv. Ihr Gründer wurde durch weit verzweigte Wirtschaftsaktivitäten der Organisation zum Milliardär. Im April hatte Moons Sohn Hyung-jin offiziell die Nachfolge seines Vaters als Sektenführer angetreten. Die "Vereinigungskirche" verfügt über ein Wirtschaftsimperium, das unter anderem eine Reihe von Zeitungen, die Getränkefabriken "Ilhwa" sowie südkoreanische Rüstungsunternehmen umfasst. Ihre Mitgliederzahl liegt nach verschiedenen Angaben zwischen 500.000 und drei Millionen. In den USA, seiner Wahlheimat, verbüßte Moon eine 1983 verhängte achtzehnmonatige Haftstrafe wegen Steuerbetrugs.

"Nachfolger von Jesus Christus"
Moon hat nach eigener Darstellung von Jesus Christus den Auftrag erhalten, als neuer "Messias" die vor 2000 Jahren begonnene Mission des Christentums zu vollenden. An der Spitze der Sekte stehen Moon und seine Frau als "die Wahren Eltern". Lehrgrundlagen der "Vereinigungskirche" sind die Offenbarungen Moons, die christliches Gedankengut mit Elementen fernöstlicher Religiosität verbinden. Der Kommunismus wird von den Moonisten als "widergöttliche Macht" und "Hauptfeind der Menschheit" bekämpft. Moon stammt aus Nordkorea. Von 1948 bis zu seiner Befreiung durch US-Streitkräfte 1950 war er unter anderem wegen Bigamie in einem kommunistischen Arbeitslager interniert. 1991 reiste er nach Pjöngjang und wurde vom damaligen Staats- und Parteichef Kim Il Sung empfangen.

In einer spektakulären Massenhochzeit der Moon-Sekte in New York war der ehemalige katholische Erzbischof von Lusaka (Sambia), Emmanuel Milingo, damals 71-jährig mit der Koreanerin Sung Ryae Soon (46) getraut worden. Die Eheschließung wurde später für ungültig erklärt. Der inzwischen exkommunizierte Milingo kam daraufhin zur "Buße" in ein italienisches Kloster, die Angetraute beschuldigte den Vatikan, ihn gefangen zu halten.

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