Rücktritt abgelehnt
Belgischer König weist Rücktrittsgesuch zurück
Nach dem Willen des Königs sollen nun offenbar zunächst die frankophonen Belgier eine klare Linie finden, wie weit sie den Flamen entgegenzukommen bereit sind. Darauf deutet die Besetzung des Vermittlertrios hin: Ihm gehört kein flämischer Politiker an. Vielmehr beauftragte Albert einen wallonischen EU-Abgeordneten, Raymond Langendries, und einen frankophonen Politiker aus der zweisprachigen Hauptstadtregion Brüssel, François-Xavier de Donnea, mit der Suche nach einer Lösung. Der Dritte im Bunde, Lambertz, gehört ebenfalls einer frankophonen Partei an, weil die deutschsprachige Minderheit in Wallonien lebt. Bis zum Monatsende soll das Trio dem König einen ersten Bericht vorlegen.
"Glaubwürdiger Dialog" gefordert
Der König trug den drei Politikern laut einer vom Palast veröffentlichten Erklärung auf, "zu untersuchen, auf welche Weise Garantien für einen glaubwürdigen Dialog" über eine Staatsreform angeboten werden könnten. Mit anderen Worten: Die französischsprachige Seite soll beweisen, dass sie an ernsthaften Verhandlungen auch tatsächlich interessiert ist. Letermes flämische Christdemokraten (CD&V) und die separatistische Partei NVA, die eine Wahlallianz bilden, hatten den Wallonen vorgeworfen, in den Reformverhandlungen nur zu blockieren.
"Der Ball liegt bei den Frankophonen"
Die CD&V begrüßte dementsprechend den Auftrag des Königs an das Vermittlertrio. "Der Ball liegt jetzt im Feld der Frankophonen", wurde die Parteivorsitzende Marianne Thyssen in belgischen Medien zitiert. Allerdings machte König Albert am Donnerstagabend deutlich, dass er auch von der flämischen Seite Kompromissbereitschaft erwartet: Die gesamte Regierung müsse "die Chancen für einen Dialog nach Kräften fördern", heißt es in seiner Erklärung.
Bevölkerung setzt wenig Vertrauen in Leterme
Die Bevölkerung setzt allerdings kaum noch Hoffnungen in die Regierung: Nur 17 Prozent der Belgier glauben laut einer am Freitag veröffentlichten Umfrage, dass Leterme ihr Land aus der Krise führen kann. Selbst im niederländischsprachigen Flandern, wo Leterme im vergangenen Jahr einen gigantischen Wahlsieg einfuhr, trauen ihm laut der Erhebung im Auftrag der frankophonen Zeitung "La Libre Belgique" nur noch 26 Prozent der Bürger eine Lösung zu. Die meisten Belgier - 47 Prozent - wünschen sich den ehemaligen Ministerpräsidenten Guy Verhofstadt zurück.
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