Umgruppierung

US-Armee: Truppen vom Irak nach Afghanistan

Ausland
17.07.2008 08:44
US-Verteidigungsminister Robert Gates erwägt angesichts der zunehmenden Gewalt in Afghanistan, mehr Soldaten in das umkämpfte Land zu entsenden. Die Regierung in Washington prüfe derzeit die Möglichkeiten, das Kontingent eher früher als später aufzustocken, sagte Gates am Mittwoch. Dafür könnte die Truppenanzahl im Irak möglicherweise bald verringert werden. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, betonte der Minister.

Generalstabschef Mike Mullen erklärte, die Sicherheitslage im Irak habe sich in den vergangenen Monaten spürbar verbessert. Wenn sich diese Entwicklung fortsetze, könne er bereits im Herbst eine Reduzierung der Truppenstärke im Irak empfehlen. Die USA und ihre Verbündeten beobachten den jüngsten Anstieg der Gewalt in Afghanistan mit großer Sorge. Knapp sieben Jahre nach dem Sturz der radikal-islamischem Taliban herrscht in vielen Regionen des Landes Gewalt und Anarchie. Der Drogenanbau blüht, Korruption und Willkür sind weit verbreitet.

Stabilisierung im Irak - Gewaltzunahme in Afghanistan
Vor diesem Hintergrund hatte die "New York Times" bereits am Wochenende berichtet, dass die US-Regierung über einen rascheren Truppenabzug aus dem Irak nachdenke, um zusätzliche Einheiten nach Afghanistan verlegen zu können. Grund sei, dass sich die Lage am Hindukusch stetig verschärfe, während sich der Irak zunehmend stabilisiere.

Im Kampf gegen die Taliban haben die USA und ihre Verbündeten in den vergangenen Monaten höhere Verluste erlitten als im Irak. Derzeit befinden sich noch rund 140.000 US-Soldaten im Irak, während in Afghanistan etwa 36.000 US-Soldaten für eine Stabilisierung des Landes kämpfen. Die deutsche Bundeswehr ist mit derzeit bis zu 3500 Soldaten vor allem im Norden des Landes stationiert. Der Bundestag soll im Herbst über eine Aufstockung des Mandats auf bis zu 4500 Soldaten entscheiden.

15 Tote im Nordirak
Als wollten die Aufständischen im Irak den US-Verteidigungsminister hinsichtlich seiner Pläne eines Besseren belehren, sind bei einem neuen Bombenanschlag in der Stadt Tal Afar im Nordirak am Mittwochabend mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 95 Menschen wurden verletzt, als ein mit Sprengstoff gefülltes Auto in einem Wohngebiet detonierte, berichtete die Agentur Aswat al-Irak. Da der Gesundheitszustand vieler Schwerverletzter als kritisch beschrieben wurde, rechneten die Behörden mit einem Anstieg der Zahl der Todesopfer. Talafar liegt rund 60 Kilometer westlich von Mossul.

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