Rekord-Euro
Euro mit 1,6038 Dollar auf historischem Rekord
Die US-Regierung und die US-Notenbank Federal Reserve hatten den beiden Instituten einen größeren Kreditrahmen eingeräumt und angekündigt, im schlimmsten Fall auch Anteile der beiden Unternehmen zu übernehmen. Doch viele Anleger sähen darin nur eine Verlagerung der Risiken von den Unternehmen zum US-Finanzministerium, sagte ein Händler. Das dürfte zu einem deutlich höheren US-Defizit führen und wäre damit schlecht für den Dollar.
Die erste Freude über die Rettungsmaßnahmen, die den Euro am Montag noch unter 1,5850 Dollar gedrückt hatte, verflog daher rasch. Am Dienstagmittag notierte die Gemeinschaftswährung um 1,60 Dollar. Selbst ein "erschreckender ZEW-Index" habe nicht ausgereicht, um den Dollar in einem besseren Licht dastehen zu lassen, sagte Analyst James Hughes von CMC Markets. Der Index, der die Erwartungen von deutschen Finanzexperten widerspiegelt, war für Juli auf minus 63,9 Punkte gefallen; Analysten hatten mit einem Rückgang auf minus 55 Zähler gerechnet.
Investoren sind nervös
Auch die aktuelle Situation schätzten die Teilnehmer der Umfrage unerwartet pessimistisch ein. Dass der Euro dennoch im Anschluss an die Daten bis auf 1,6038 Dollar zulegen konnte, sei schon überraschend, und zeige, wie nervös die Investoren seien, sagten Händler. Nun werde mit Spannung auf die aktuellen Konjunkturdaten sowie Aussagen von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke gewartet, der am Nachmittag vor dem Bankenausschuss des Senats sprechen wird. Seine Aussagen könnten noch einmal heftige Bewegungen auslösen, prognostizierte ein Händler.
Starker Euro wird immer kritischer gesehen
In der Zwischenzeit wird der starke Euro immer kritischer gesehen. "So langsam sollte der Anstieg enden - schließlich wollen wir noch etwas exportieren", sagte ein Marktteilnehmer. Dem deutschen Exportverband BGA zufolge wird der Anstieg Spuren hinterlassen: Nachdem die Exporte Deutschlands 2007 noch um 8,5 Prozent gestiegen waren, werde nun für das laufende Jahr nur noch "mit einer Sechs vor dem Komma" gerechnet, sagte ein Verbandssprecher.
Angesichts der nervösen Stimmung an den Märkten profitierten die europäischen Rentenpapiere einmal mehr von ihrem Ruf als krisensicherere Titel.
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