Fischer meinte in seiner Ansprache, dass nach dem einige Wochen lang dominierenden Sport - in Form der Fußball-Europameisterschaft - nun wieder die Kunst im Mittelpunkt stehe. Damit wolle er aber nicht Kunst und Sport gegeneinander ausspielen, betonte er. Der Carinthische Sommer sei ein "weithin sichtbarer Leuchtturm" für die Region rund um Villach und den Ossiacher See.
Ständiger Kampf ums Publikum
Besonders hob Fischer die "Offenheit" des Carinthischen Sommers für das Neue und Ungewöhnliche hervor, und das vor dem Hintergrund, dass auch dieses Musikfestival, wie viele andere, einen ständigen Kampf ums Publikum führen müsse. Trotzdem würden immer wieder zeitgenössische Kompositionen ins Programm genommen.
"Helden des verblichenen Alltags"
Schlee nahm die "Straße der Sieger" in der Wiener Mariahilfer Straße als Ausgangspunkt seiner Überlegungen. Dort trete man auf "nach albernem amerikanischen Muster in das Trottoir eingelassene Platten mit Namen und Handabdrücken von in der Regel jungen Leuten, die sich irgendwann einmal einer gewissen Popularität erfreut" hätten. Dies seien sozusagen die "Helden eines verblichenen Alltags". Schlee kritisierte, dass sich die Gesellschaft diesen "Siegern" in die Arme werfe, obwohl sie zumeist ihren Erfolg nur geliehen oder gar usurpiert hätten.
"Kunst ist nie vergeblich"
In Wien werde man aber auch an zahlreiche schöpferische Künstler erinnert. Diesen sei es nicht um jene Art von Erfolg gegangen, der erst mit der Niederlage eines anderen erreicht werden könne. Sie hätten nach Wahrheit gestrebt und darauf, einen kleinen Teil der Ewigkeit zu erhaschen. Schlee schloss sein Plädoyer für Kunst und Künstler damit, dass Kunst zwar "umsonst" sein möge, "doch vergeblich ist sie nie".
45 Veranstaltungen an neun Spielstätten
Nach der Eröffnung, an der auch zahlreiche heimische Politiker - von Landeshauptmann Jörg Haider bis zu Villachs Bürgermeister Helmut Manzenreiter - teilnahmen, wurde der künstlerische Auftakt mit der Uraufführung von John Taveners Kirchenoper "Maria von Ägypten" zelebriert. Insgesamt bietet das Festival bis 31. August 45 Veranstaltungen an neun verschiedenen Spielstätten. Ganz im Sinne der Lobesworte des Bundespräsidenten sind darunter gleich acht Ur- und neun Erstaufführungen.
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