Saddams Uran

550 Tonnen Uran heimlich nach Kanada gebracht

Ausland
06.07.2008 14:38
In einem streng geheimen Einsatz der US-Streitkräfte sind die letzten großen Überreste von Saddam Husseins Atomprogramm sicher außer Landes gebracht worden. 550 Tonnen natürlichen Urans aus dem Irak erreichten am Samstag nach einer dreimonatigen Reise den Hafen der kanadischen Stadt Montreal, wie die Nachrichtenagentur AP erfuhr. Der Transfer wurde aus Furcht vor Diebstählen oder Attentaten bislang streng geheim gehalten. Bei dem Uran handelt es sich um so genannten Yellowcake, das Ausgangsmaterial zur Anreicherung für nuklearen Brennstoff oder Bombenbau.

"Alle sind sehr glücklich, das sicher aus dem Irak gebracht zu haben", sagte ein ranghoher US-Regierungsbeamter. Das Uran war in der streng bewachten Atomanlage Tuwaitha 20 Kilometer südlich von Bagdad gelagert worden. US-Experten begannen im Frühjahr damit, die Substanz aus den teils beschädigten Fässern aus der Zeit Saddams in 3.500 neue Behälter umzufüllen. Im April wurden erste Lastwagenlieferungen verdeckt zum Flughafen Bagdad gebracht.

Mit 37 Militärflügen wurde das Uran schließlich auf das britische Atoll Diego Garcia im Indischen Ozean geflogen, da ein Transport auf dem Landweg zu gefährlich schien. Von dort wurde die sensible Fracht auf einem US-Schiff auf dem knapp 14.000 Kilometer langen Seeweg nach Kanada gebracht. 

Die irakische Regierung hatte das natürliche Uran an die kanadische Firma Cameco Corp. verkauft. Das Unternehmen will das Material nach eigenen Angaben anreichern und damit für die Stromerzeugung in der zivilen Kernkraft nutzen. Die Firma habe "mehrere Zehnmillionen Dollar" gezahlt, hieß es in Washington.

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