Di, 19. Juni 2018

Spiel mit Köpfchen

12.06.2008 14:02

Fußball verlangt mehr Hirnleistung als Schach

Fußballspielen verlangt dem Gehirn mehr ab als Schach. Die Anforderungen an das Hirn eines Fußballspielers seien "vielfältiger und komplexer" als die Leistung, die von einem Schachspieler verlangt wird, sagte der Tübinger Neurologe Hans-Peter Thier am Mittwoch. Der Schachspieler denke eindimensional, Fußballspielen dagegen sei ein wesentlich vielschichtigerer Ablauf. Der Profifußballer brauche ein Gespür für den Raum, Ballgefühl und permanente Koordination. "Ständig muss der Fußballspieler den Flug des Balls berechnen und seine Gegner dabei im Auge haben", meint Thier (im Bild: der russische Ex-Schachweltmeister Anatoli Karpow und die argentinische Fußballlegende Diego Maradona).

Thier, einer der vier Direktoren des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung an der Universität Tübingen, verglich die Leistung eines Bundesliga-Fußballers mit einem Schweizer Messer. Dessen Werkzeuge vom Dosenöffner über den Schraubenzieher bis hin zum Sägemesser werden - übertragen gesehen - von einem Fußballspieler gleichzeitig abverlangt und genutzt. Die ständige Koordinationsarbeit eines Fußballers während eines Spiels könne ohne weiteres mit der Leistung eines Konzertpianisten verglichen werden.

Die Gehirne etwa der deutschen EM-Fußballer müssten bei jedem Spiel im Wettbewerb anspruchsvollere Aufgaben lösen als etwa ein Großmeister des Schachs. Thier nannte ein Beispiel für die Leistung eines Fußballspielers: "Ein Computer kann beim Schach gegen einen Menschen gewinnen, aber ein Fußball-Roboter ist selbst gegen einen fünfjährigen Schützen ohne Chance."

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