Ekelhafter Scherz

Sechster “Fuß” vor Kanada war nur Tierknochen

Ausland
20.06.2008 13:48
Der auf den ersten Blick grausige Fund eines angeblich sechsten abgetrennten Fußes an Kanadas Küste im Juni 2008 hat sich als Fälschung bzw. schlechter Scherz entpuppt. DNA-Tests der Behörden ergaben, dass es sich um eine Tierpfote handelte, berichtete der US-Sender CNN. Eine Spaziergängerin den vermeintlichen Fuß entdeckt. Schlimm genug, der wenige Tage zuvor nach fast einem Monat "Pause" angespülte fünfte abgetrennte Fuß - erstmals ein linker - war dagegen "echt".

Wer hinter dem widerwärtigen Scherz steckt, ist bis dato unbekannt. Genauso wie die Herkunft der anderen fünf bisher gefundenen Füße. Das führt zu immer größerem Unmut in der Bevölkerung, die die teils sehr sonderbaren Erklärungen der Beamten und die kargen Ermittlungsfortschritte schön langsam satt hat. Wenigstens sollen nun erstmals aber DNA-Abgleiche unter den Füßen gemacht werden, da der aufgetauchte linke Fuß zu einem der rechten gehören könnte.

Fundort beim sechsten Fuß weiter weg
Die Fundorte der ersten fünf Körperteile liegen alle in einem Umkreis von 60 Kilometern auf verschiedenen kleinen Inseln vor der Küste British Columbias im Großraum Vancouver. Dass der sechste "Fuß" ein paar Dutzend Kilometer weiter nordwestlich in der Nähe des Fischerortes Campbell River gefunden wurde, spielt nach der Aufdeckung des Scherzes nunmehr keine Rolle mehr. Immerhin hatte das die Polizei einigermaßen verwirrt. Ob die Körperteile durch Fremdeinwirkung abgetrennt wurden oder sich "von selbst lösten", ist unbekannt. Es sei nichts Ungewöhnliches, dass bei Wasserleichen Gliedmaßen vom Körper getrennt werden, hieß es von einem Experten der Polizei. Auch könnten Leichen über Tausende Kilometer weit und jahrelang im Meer herumtreiben, vor allem, wenn sie durch Kleidung wie Schuhe geschützt sind. 

Dass jemand die abgetrennten Füße bewusst an den Stränden platziert haben könnte, hält die Polizei für unwahrscheinlich. Die ersten vier Füße konnten trotz forensischer Methoden bisher keinen vermissten Personen zugeordnet werden, auch beim fünften machen sich die Ermittler keine großen Hoffnungen. Eine möglich Spur könnte ein Flugzeugabsturz aus dem Jahre 2005 sein, sagte die Polizei beim vierten Fuß. DNA-Abgleiche sollten bereits damals stattfinden, Ergebnisse gab es aber bisher keine, was unter den Kanadiern die Vermutung nährt, es könnte sich doch um ein Verbrechen handeln, und dass die Polizei die Informationen vor der Öffentlichkeit zurückhält.

Rechte Füße schwimmen besser, Sportschuhe auch
Dafür dass, vor dem fünften Fuß, nur rechte Füße gefunden werden, hatten Forensiker bereits eine angebliche Erklärung gefunden - einer der vielen sonderbaren Ermittlungsfortschritte: Das Strömungsverhalten sei anders, deshalb würden in Kanada nur rechte Füße angespült. Das die Teile alle in Turnschuhen steckten begünstige die Lage, da Sportschuhe nicht sinken, sondern aufgrund der verwendeten Materialien an der Wasseroberfläche schwimmen, was einem abgetrennten Fuße Auftrieb verleihe. Eine Erklärung für den linken Fuße steht noch aus. Die Bevölkerung wirft der Polizei wohl nicht ganz zu Unrecht Stümperei vor, weil die mysteriösen Funde noch immer nicht aufgeklärt wurden.

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