Schock-Diagnose
Edward Kennedy leidet an Gehirntumor
Der jüngste Bruder des 1963 ermordeten Präsidenten John F. Kennedy hatte Samstag früh einen epileptischen Anfall erlitten und war mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik in Boston geflogen worden. Zunächst war ein Schlaganfall befürchtet worden, nachdem Kennedy bereits im Oktober wegen Ablagerungen in einer Arterie operiert worden war, die das Gehirn mit Blut versorgt. Als sich die Befürchtung nicht bestätigte, hatte der Erstbefund am Wochenende große Erleichterung ausgelöst.
In der Mitteilung der Ärzte hieß es nun, die Untersuchung einer entnommenen Gewebeprobe habe bestätigt, dass Kennedy an einem bösartigen Tumor in der linken Gehirnhälfte leidet.
US-Präsident George W. Bush zeigte sich in einer ersten Reaktion betroffen. Er sei zutiefst traurig über die Nachricht und bete für Kennedy, sagte seine Sprecherin Dana Perino.
"Gigant der politischen Geschichte der USA"
Der Senator hatte zuletzt Ende Jänner international für Schlagzeilen gesorgt, als er sich hinter den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Barack Obama gestellt hatte. Bereits die Nachricht von dem epileptischen Anfall hatte am Samstag Politiker aller Parteien betroffen gemacht. Obama nannte den ausgesprochenen Liberalen "einen Giganten der politischen Geschichte der USA". Der republikanische Präsidentschaftsbewerber John McCain würdigte Kennedy als einen "legendären Parlamentarier".
Kennedy stammt aus einer der alten, reichen und einflussreichen Familien der Ostküste und gilt als Galionsfigur der US-Liberalen und Patriarch der Demokraten. Er wurde 1932 als jüngstes von neun Kindern in Brookline (Massachusetts) geboren. Zu seinen Brüdern gehörte auch der ebenfalls ermordete ehemalige Justizminister Robert Kennedy. Nach einem Jura-Studium an der Harvard Universität fand Edward Kennedy rasch den Weg in die Politik und wurde siebenmal als Senator wiedergewählt. Eine ernsthafte Chance auf die US-Präsidentschaft hatte er nie, was auch mit seinem Ruf als Lebemann zu tun haben dürfte.
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