Aufruhr im Vatikan
Papst Benedikt nicht auf der “Time 100”-Liste
Der Chef der Vatikan-Zeitung "Osservatore Romano", Gian Maria Vian, sprach von einer "befremdlichen" und "journalistisch unhaltbaren" Auswahl. Seit langen Jahren wirkten Päpste auf der internationalen Bühne, allein "Time" habe nichts davon bemerkt, sagte Vian laut der italienischen Tageszeitung "La Stampa". Vatikan-Sprecher Federico Lombardi dagegen ist froh, dass der Papst auf dieser "Promi-Liste" nicht vorkommt.
Das US-Nachrichtenmagazin führt in seiner aktuellen Nummer die einhundert einflussreichsten Menschen der Welt auf. Darunter finden sich Politiker Wladimir Putin, Barack Obama oder der Dalai Lama und der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., nicht aber Benedikt XVI. In derselben Nummer fragt sich "Time" unter einem Foto des Papstes "Ist liberaler Katholizismus tot?".
"Religiöse und moralische Autorität"
Gelassen äußerte sich Vatikan-Sprecher Lombardi: Die "Top-100-Liste" beruhe auf Kriterien, die einer "Bewertung der religiösen und moralischen Autorität des Papstes absolut fern" seien, erklärte Lombardi laut der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera". Unter diesem Aspekt sage es dem Heiligen Stuhl sehr zu, dass Benedikt XVI. dort nicht genannt werde.
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