Tibet-Krise

Dalai-Lama-Gesandte treffen Regierungsvertreter

Ausland
05.05.2008 08:46
Gesandte des Dalai Lama und Vertreter Pekings sind nach tibetischen Angaben am Sonntag im südchinesischen Shenzhen zusammengekommen. "Die Gespräche haben begonnen. Die Gesandten werden am Dienstag oder Mittwoch zurückkehren", sagte Exil-Regierungschef Samdhong Rinpoche der Nachrichtenagentur AFP, ohne Einzelheiten zu nennen. Inhalte würden erst "nach der Rückkehr" der beiden Emissäre bekannt. Von Pekinger Seite gab es zunächst keine Bestätigung. Doch zeigte sich der chinesische Staatspräsident Hu Jintao hoffnungsvoll (im Bild der geplante Verhandlungsort).

Die Begegnung zwischen den Gesandten des Dalai Lama, des Exil-Oberhaupts der Tibeter, Lodi Gyaltsen Gyari und Kelsang Gyaltsen, mit chinesischen Regierungsvertretern ist das erste Treffen seit zehn Monaten. Ursprünglich sollte es schon am Samstag stattfinden. Laut der tibetischen Exil-Regierung steht die aktuelle Tibet-Krise im Mittelpunkt der informellen Gespräche in Shenzhen in der Provinz Guangdong nahe Hongkong.

Erneut verbale Angriffe auf den Dalai Lama
Die staatlichen chinesischen Medien hatten am Samstag ihre Angriffe auf den Dalai Lama, der im indischen Exil lebt, erneuert. Sie werfen ihm vor, hinter den jüngsten Protesten in Tibet zu stehen. Dessen "Clique" habe die Unruhen in der tibetischen Hauptstadt Lhasa Mitte März angezettelt, um die Vorbereitungen für die Olympischen Sommerspiele in Peking zu stören, hieß es. Peking hatte Mitte März Unruhen in der Himalaya-Provinz gewaltsam niedergeschlagen. Dabei kamen nach Angaben der Exil-Regierung mehr als 200 Menschen ums Leben. Peking spricht von rund zwanzig Todesopfern.

Chinas Präsident zuversichtlich
Chinas Präsident Hu Jintao sagte am Sonntag vor Journalisten in Peking der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge, er hoffe, das die Kontakte mit der Seite des Dalai Lama "ein positives Ergebnis mit sich bringen". Gleichzeitig äußerte er die Erwartung, der Dalai Lama und seine Anhänger "durch Taten" zeigen mögen, dass sie ihre "separatistischen Aktivitäten" und "Aufwiegelung zur Gewalt" aufgeben. Nur so würden die Bedingungen für einen weiteren Dialog zwischen beiden Seiten geschaffen.

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