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03.12.2016 - 06:16
Foto: ASSOCIATED PRESS

Kränze und große Worte, aber keine Entschuldigung

27.05.2016, 13:28

Es ist ein wahrlich historischer Besuch: Als erster US- Präsident seit dem Abwurf einer amerikanischen Atombombe im August 1945 traf Barack Obama am Freitag in Hiroshima ein, um dort gemeinsam mit Japans Regierungschef Shinzo Abe am Mahnmal für die Opfer einen Kranz niederzulegen. "Vor 71 Jahren fiel der Tod vom Himmel und die Welt veränderte sich", sagte Obama. Eine Entschuldigung für die verheerende Zerstörung und den Tod Zehntausender Menschen gab es - wie zuvor bereits angekündigt - aber nicht.

Die denkwürdige Visite des US- Präsidenten folgte auf den Abschluss des Gipfels der sieben großen Industrienationen in Ise- Shima, das rund 400 Kilometer von Hiroshima entfernt liegt. An der Gedenkstätte im Friedenspark in der japanischen Großstadt legte Obama einen Kranz mit weißen Blumen nieder. Er schloss kurz die Augen. An seiner Seite stand Abe, der ebenfalls einen Kranz niederlegte und sich zu Ehren der Opfer verbeugte. Beide schüttelten einander als Zeichen der Freundschaft die Hände.

Barack Obama und Ministerpräsident Shinzo Abe
Foto: ASSOCIATED PRESS

Obama: "Der Geschichte ins Auge blicken"

"Wir gedenken aller Unschuldigen, die während dieses Krieges ums Leben gekommen sind", sagte Obama in seiner fast 20- minütigen Rede. Die USA und Japan hätten aus der Geschichte gelernt und Freundschaft geschlossen. Die Welt trage Verantwortung, dass sich solches Leid nicht wiederhole. "Wir haben die gemeinsame Verantwortung, der Geschichte ins Auge zu blicken", so Obama.

Foto: ASSOCIATED PRESS

In seiner Rede gedachte Obama auch der Toten von Nagasaki. "Der Zweite Weltkrieg fand sein brutales Ende in Hiroshima und Nagasaki", sagte der US- Präsident. "Wir kommen hierher, um an die Opfer zu erinnern. Ihre Seelen sprechen zu uns", so Obama. Bereits zuvor hatte Obama freilich klargestellt, dass es keine Entschuldigung für den Abwurf der Atombomben geben werde - was Japans Regierung auch nicht erwartet hatte.

Foto: ASSOCIATED PRESS

Abe: "Welt ohne Atomwaffen schaffen"

Ministerpräsident Abe würdigte den Besuch Obamas als historisch: "Wir schlagen eine neue Seite in unseren Geschichtsbüchern auf." Obama habe "eine schwierige, aber wundervolle Entscheidung" getroffen. Auch Abe rief zur Abrüstung auf: "Das ist unsere Verantwortung: eine Welt ohne Atomwaffen zu schaffen."

Foto: ASSOCIATED PRESS

Der Atombombenabwurf über Hiroshima war der erste Einsatz dieser Waffe in der Geschichte der Menschheit. Tausende Menschen starben in den ersten Sekunden nach der Explosion, viele Körper verdampften im Lichtblitz der Bombe. Von ihnen blieben nur die Schatten auf den Mauern. Drei Tage danach zündeten die Amerikaner über Nagasaki eine zweite Atombombe.

Foto: ASSOCIATED PRESS

Genaue Opferzahl nicht ermittelbar

Mehr als 200.000 Menschen fanden durch die beiden Atombomben den Tod. Die genaue Zahl der Opfer wird sich allerdings nie ermitteln lassen, weil viele erst an den Spätfolgen der radioaktiven Strahlung starben.

27.05.2016, 13:28
AG/red
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