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26.07.2017 - 02:51
Foto: AFP

General: "Mittelmeer kann genau observiert werden"

20.06.2017, 16:50

"Die Flüchtlingsroute über das Mittelmeer kann militärisch sehr genau observiert werden!" Mit dieser ebenso klaren wie fachlichen Äußerung lässt nun Generalstabschef Othmar Commenda, der ranghöchste Soldat Österreichs, aufhorchen.

Ist die Schließung der Mittelmeerroute  eine machbare Vision? Das ist die Frage, auf die ganz Österreich eine Antwort erwartet. Generalstabschef Commenda gibt sie verlässlich und kompetent: "Innerhalb der EU verfügen bereits jetzt die meisten Mitglieder über die nötigen strategischen Mittel, um die Flüchtlingsrouten über den Seeweg zu kontrollieren - und die illegale Migration einzuschränken", so der General.

Generalstabschef Othmar Commenda
Foto: APA/Helmut Fohringer

"Man kann nahezu alle Flüchtlingsboote abfangen"

Commenda fügt hinzu: Aus militärischer Sicht kann man nahezu alle dieser Flüchtlingsboote, die Richtung Europa unterwegs sind, abfangen. Wie in allen Sicherheitsbereichen und auch am Balkan (96 Prozent Rückgang des Flüchtlingsansturms) würde zwar eine kleine Lücke offen bleiben. Aber schon jetzt werde das Mittelmeer ständig aus der Luft observiert: von fliegenden Radarstation, den "AWACS", und Flugzeugen, die primär der U- Boot- Ortung dienen, über Drohnen und Satelliten bis hin zu Nachrichtendiensten.

Foto: thinkstockphotos.de

Für Tausende endete die Flucht am Meeresgrund

Kurzum: Die wahnwitzigen Schleppertouren in den meist desolaten Booten, die seit Jahren für Abertausende auf dem Meeresgrund endeten, könnten eingeschränkt werden. Die Rückführung der zum Großteil männlichen Wirtschaftsflüchtlinge in Schutzzonen an der nordafrikanischen Küste sei kein militärisches, sondern ein politisches Problem.

Fast wöchentlich gibt es Schreckensmeldungen über Flüchtlingsdramen im Mittelmeer.
Foto: AFP

Commenda erklärt: "Die bewährte Idee von Schutzzonen in sicheren Regionen wird ja in Syrien bereits zur Anwendung gebracht." Durch die kurzfristige Einschränkung kann die Flüchtlingswelle zwar eingedämmt werden, langfristig bedarf es aber Lösungen in den Herkunftsländern.

Christoph Matzl, Kronen Zeitung

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