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06.12.2016 - 18:19
Foto: APA/Barbara Gindl, "Krone"

Chinesen wollen unsere Ski- Industrie kaufen

21.11.2016, 17:00

Die ehrgeizigen Pläne der Chinesen, anlässlich der Winterolympiade 2022 in Peking Millionen Landsleute zum Wintersport zu bringen, werfen ihre Schatten voraus: Jetzt klapperten chinesische Businessleute sogar die österreichische Ski- Industrie ab auf der Suche nach möglichen Übernahmegelegenheiten.

"Beim letzten Treffen der Branche haben wir festgestellt, dass sie alle in Österreich besucht haben", bestätigt Fischer- Chef Franz Föttinger. Ein Übernahmeangebot habe man abgelehnt. Doch natürlich wittert die Ski- Industrie schon länger die Chance, in China die Verkaufszahlen zu vervielfachen. Derzeit werden im Reich der Mitte lediglich 100.000 Paar pro Saison verkauft. Davon kommt die eine Hälfte aus Billigproduktionen vor Ort und die andere aus der westlichen Marken- Industrie.

Fischer-Chef Franz Föttinger: "Sie waren bei allen Skifirmen."
Foto: Markus Wenzel

Derzeit bemühen sich die österreichischen Firmen, beim Aufbau neuer Skigebiete rund um Peking Aufträge zu ergattern. Der Seilbahnbauer Doppelmayr z.B. hat seinerzeit für Olympia im russischen Sotschi 40 Bahnen geliefert und hofft nun auf die Ausschreibungen in Peking, die 2017 beginnen. Derzeit liefert er "ein bis zwei" Skilifte pro Jahr nach China. Auch Schneekanonen, Zutrittssysteme, Pistenraupen und Skilehrer sind gefragt, da laufen bereits seit längerem Gespräche mit den chinesischen Regionen.

Das Atomic-Werksgebäude in Altenmarkt im Pongau
Foto: APA/Barbara Gindl

Daher verwundert es nicht, dass auch umgekehrt versucht wird, sich Know- how in Europa zu kaufen. Skifirmen stecken aufgrund der Marktrückgänge der letzten Jahre (warme Winter, schwächere Konjunktur, Trend zum Verleih) immer wieder in finanziellen Problemen, und einige stehen zum Verkauf, aktuell die Völkl/K2- Gruppe, die US- Investoren gehört.

Wem unsere Skifirmen jetzt gehören

Zur österreichischen Ski- Industrie zählt man die vier Marken Atomic, Head, Fischer und Blizzard, die unterschiedliche Eigentümerstrukturen haben:

  • Fischer- Ski in Ried (Oberösterreich) ist als einzige Marke noch in heimischem Familienbesitz und gehört der Stiftung von Gründer Pepi Fischer (86).
  • Atomic in Altenmarkt (Salzburg) ist Weltmarktführer und (so wie Salomon) Teil des börsenotierten finnischen Amer- Konzerns (auch Wilson- Tennisschläger).
  • Head (mit Tyrolia, Sitz in Vorarlberg) steht nach dem Rückzug von der Börse im Alleineigentum des schwedischen Investors Johan Eliasch, der hauptsächlich in Monaco lebt.
  • Blizzard (Fabrik in Mittersill/Salzburg) gehört zur italienischen Tecnica- Gruppe (Nordica), die gerade mit Staatshilfe saniert wird.

"Wir haben in den letzten Jahren unsere Strukturen und Kapazitäten angepasst", erklärt Branchensprecher Föttinger. Man darf gespannt sein, wo chinesische Investoren letztlich zum Zug kommen könnten.

21.11.2016, 17:00
Manfred Schumi, Kronen Zeitung/red
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