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10.12.2016 - 21:59
Foto: AP, facebook.com

Reutlingen: Die traurigen Hintergründe der Bluttat

27.07.2016, 11:34

Nach dem brutalen Mord an einer Polin am Sonntag in der deutschen Stadt Reutlingen bringen polnische Medien nun immer mehr traurige Details zur blutigen Tat ans Tageslicht. Besonders tragisch: Das Opfer des 21- jährigen syrischen Asylwerbers, der offenbar an psychischen Problemen leidet, sei nicht nur schwanger, sondern auch vierfache Mutter gewesen.

Der Täter war der Polizei bereits zuvor wegen Körperverletzung, Diebstahls und Drogenbesitzes bekannt. Laut Ermittlern gibt es bei dem Mann auch Hinweise auf psychische Probleme. Der 21- Jährige stürmte am Sonntag ein türkisches Lokal, schnappte sich ein 60 Zentimeter langes Dönermesser und schlug damit auf die 45- jährige Polin Jolanta K. ein.

Foto: twitter.com

Auf seiner Flucht verletzte er fünf Menschen, ehe er vom Sohn des Lokalbesitzers mit einem Auto angefahren wurde. Der verletzte Syrer wurde festgenommen und sitzt nun in Haft. Als Motiv für die grausame Tat gilt verschmähte Liebe.

Ein 60 Zentimeter langes Dönermesser wurde in Reutlingen zur Tatwaffe.
Foto: AP

Polnische Medien veröffentlichen traurige Details

Während deutsche Medien berichteten, dass Opfer und Täter eine Beziehung miteinander hatten, wird in polnischen Zeitungen ein ganz anderes Bild dargestellt. "Fakt 24" veröffentlichte am Dienstag einen Bericht mit folgenden Details:

  • Opfer und Täter seien kein Paar gewesen.
  • Die beiden hätten auch nicht zusammen in dem Imbiss gearbeitet. Nur die Frau sei dort seit drei Monaten als Abräumerin beschäftigt, der Syrer arbeitslos gewesen.
  • Er habe das Lokal häufig besucht und die Polin belästigt, weshalb er von Mitarbeitern mehrmals vor die Tür gesetzt worden sei. Er habe schließlich Hausverbot erhalten.
  • Die Frau hinterlasse vier Kinder.
  • Das jüngste Kind sei erst acht Jahre alt.
  • Am Tag der Tat sei die Frau von einem Besuch bei ihrer Familie in Polen zurückgekommen.
Der Döner-Imbiss in Reutlingen
Foto: APA/dpa/Christoph Schmidt

Tödliche Hiebverletzungen an Kopf und Hals

Das Todesopfer wurde am Dienstag obduziert. Die Untersuchung ergab nach Angaben der Staatsanwaltschaft Tübingen Hiebverletzungen an Kopf und Hals, die zum Tod der Frau führten. Die Tat sei nicht geplant gewesen. "Es spricht vieles für eine spontane Tat", sagte ein Polizeisprecher.

Der Tatort
Foto: APA/dpa/Christoph Schmidt

In Reutlingen wollen die polnischen Landsleute der Toten nun einen Trauermarsch veranstalten. Am Samstag solle schweigend der Frau gedacht werden, berichtete die polnische Nachrichtenagentur PAP.

Einsatzkräfte am Tatort
Foto: APA/dpa/Sdmg / Wassermann

Polen verlangt "Erklärung" von Deutschland

Auch in der polnischen Politik sorgt der Fall für Aufregung. Ministerpräsidentin Beata Szydlo etwa fordert von der deutschen Regierung eine "Erklärung" zu den jüngsten Gewalttaten. "Diese Ereignisse haben auch polnische Bürger getroffen", sagte Szydlo am Dienstag. "Der polnische Staat hat die Verpflichtung, eine Erklärung zu verlangen für die Ereignisse, eine ehrliche Information, weil sich das alles auf der anderen Seite unserer Grenze abspielt", so Szydlo. Die nationalkonservative Regierung in Warschau steht der deutschen Flüchtlingspolitik kritisch gegenüber. Die Aufnahme von Flüchtlingen im Zuge einer europaweiten Quotenregelung lehnt sie entschieden ab.

27.07.2016, 11:34
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