Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
05.12.2016 - 12:50
Foto: APA/AFP/Asger Ladefoged, EPA

Asylkrise: Schwedens Polizei verliert Kontrolle

23.09.2016, 07:33

Schweden hat traditionell zwar eine sehr liberale Einwanderungspolitik, seit Beginn der Flüchtlingskrise hat das skandinavische Land allerdings mit steigender Kriminalität zu kämpfen. Besonders bei Diebstählen, Sexualdelikten und Bandenkriminalität verzeichnet die schwedische Polizei Zuwächse. 55 Gebiete im ganzen Land werden von den Beamten bereits als "No- go- Zonen" geführt. Schwedische Medien berichten, die Polizei verliere zunehmend die Kontrolle.

Schweden gehört zu den beliebtesten Zielländern Asylsuchender. Doch seit Beginn der Flüchtlingskrise sieht sich die Exekutive des skandinavischen Landes mit einem massiven Anstieg der Kriminalität konfrontiert. Besonders Drogenhandel, Sexualdelikte, Diebstähle, Vandalismus und Bandenkriminalität hätten zugenommen, wie ein Bericht von Schwedens oberster Polizeibehörde zeigt.

Ein Polizist vor einem ausgebranntem Auto
Foto: AP

Auch Übergriffe auf Beamte häufen sich. Zuletzt wurden immer wieder Polizeiautos von maskierten Bandenmitgliedern gestohlen, heißt es in dem Bericht. Die Polizei führt mittlerweile 55 Gebiete im ganzen Land als "No- go- Zonen", in denen man jederzeit mit Angriffen rechnen müsse. Polizeisprecher Peter Larsson sagte am Donnerstag gegenüber dem schwedischen Sender NRK: "80 Prozent der Beamten haben zumindest schon einmal überlegt, ihren Beruf zu wechseln." Neben der täglichen Gefahr im Job sei auch die unattraktive Entlohnung ein Thema.

Foto: AP

"Kommen nicht mehr dazu, Verbrechen aufzuklären"

Der Frust seiner Kollegen sei groß, so Larsson: "Wir kommen nicht mehr dazu, Verbrechen aufzuklären, weil wir täglich zu so vielen Einsätzen gerufen werden." In manchen Gegenden des Landes sei es für die Beamten schon fast Alltag geworden, mit Steinen beworfen und attackiert zu werden.

Ausgebrannte Autos in Malmö
Foto: EPA

Als besonders gravierendes Beispiel wird immer wieder Malmö genannt. In der Stadt wurden seit Februar 2016 rund 70 Autos angezündet. Besonders die organisierte Bandenkriminalität nehme zu, teilte die Polizei mit. Die Beamten tappen im Dunkeln: Lediglich ein Verdächtiger konnte bislang ausgeforscht und verhaftet werden.

Video: Brennende Autos in Stockholm

Schweden ist jenes OECD-Land, in dem 2015 die meisten Asylanträge gestellt wurden.
Foto: APA/AFP/CARSTEN REHDER

Schweden im OECD- Vergleich an erster Stelle

Schweden ist jenes Land, das gemessen an der Einwohnerzahl im Vorjahr die höchste Zahl an Asylwerbern aufgenommen hat. Im Vergleich der OECD- Staaten rangieren die Skandinavier damit vor Österreich. Erst kürzlich beschwerten sich Schweden, Finnland, Dänemark, Norwegen und Island über Ungarn, weil sich unsere Nachbarn weigern, sogenannte Dublin- Fälle zurückzunehmen. Das Dubliner Abkommen besagt, dass jenes Land für das Asylverfahren eines Geflüchteten zuständig ist, in dem dieser erstmals europäischen Boden betreten hat.

Die Weigerung Ungarns führte auch zu Verstimmungen mit Österreich. Innenminister Wolfgang Sobotka drohte sogar mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.

23.09.2016, 07:33
krone.at
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum