Toter in Wien

15-jähriger Bursch gesteht, Onkel erstochen zu haben

Österreich
07.02.2010 18:48
Die Bluttat in Wien-Ottakring, bei der in der Nacht auf Samstag ein 36-jähriger Inder ums Leben kam, ist geklärt: Der 15 Jahre alte Neffe des Mannes hat am Sonntag gestanden, aus Angst vor dem zum Tatzeitpunkt alkoholisierten und angeblich aggressiven Onkel zu einem Küchenmesser gegriffen und ihm den tödlichen Bauchstich versetzt zu haben. Der Schüler wurde wegen Mordverdachts in die Justizanstalt Josefstadt eingeliefert.

Die Angst des 15-jährigen Verdächtigen vor seinem randalierenden Onkel dürfte nicht unbegründet gewesen sein. "Er hat seine Familie jahrelang gequält, lief oft betrunken durchs Stiegenhaus und schrie um sich", schildert eine Nachbarin beim "Krone"-Lokalausgenschein im heruntergekommenen Mietshaus in der Hippgasse im als "Klein Bollywood" bekannten Stadtteil von Ottakring.

Auch in der Nacht auf Samstag war es wieder einmal so weit. Nach einer ausgedehnten Zechtour dürfte der 36-Jährige zunächst gegen 21 Uhr in der Wohnung seines Bruders randaliert haben.

Mit Messer niedergestreckt
Samstag früh, kurz nach Mitternacht, kam der zweifache Familienvater aber noch einmal vorbei. Wieder donnerte er gegen die Türe, dann die Eskalation: Während sich Bruder und Schwägerin im hinteren Teil er Wohnung aufhielten, verlor der 15-Jährige die Kontrolle. Mit einem gezielten Bauchstich streckte der Neffe (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) seinen Verwandten mit einem Küchenmesser nieder. Mit schweren inneren Verletzungen torkelte der zuletzt illegal in einem Fast-Food-Lokal beschäftigte Onkel die Stiegen hinab. Knapp vor dem Haustor brach er schließlich zusammen.

Ein Mieter des Hauses in der Hippgasse entdeckte am Samstag gegen 6 Uhr in der Früh dann im Stiegenhaus die Leiche des 36-Jährigen.

Bursche legte Geständnis ab
Die Einvernahmen der indischen Familie gestalteten sich schwierig, da die Eltern widersprüchliche Angaben machten und bestrebt waren, ihren Sohn nicht zu belasten. Bei der Spurensicherung fanden die Ermittler allerdings in ihrer Wohnung ein Messer, an dem Reste von Blut klebten. Damit konfrontiert, legte der 15-Jährige schließlich ein Geständnis ab. Die Eltern des Jugendlichen stehen laut Polizei "jetzt sicherlich unter Schock".

Opfer war illegal in Österreich
Das Mordopfer hatte sich illegal in Österreich aufgehalten. Er war nach einem Sittlichkeitsdelikt mit einem Aufenthaltsverbot belegt worden.

von Gregor Brandl (Kronen Zeitung) und krone.at 

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