Moser kritisiert, dass die Verordnung Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser nicht umfasst, obwohl gerade hier erhöhtes Ruhebedürfnis bestehe und auch negative Auswirkungen auf das Lernverhalten von Kindern durch Fluglärmstörungen weit unter den angepeilten Belastungswerten nachgewiesen sind.
Außerdem wolle, so Parlamentsabgeordnete Gabriela Moser, das Verkehrsministerium die bisherige Berechnungsgrundlage für den Lärm und die Belastung der Menschen durch eine andere ersetzen, die den Lärm gezielt kleinrechnen und jede Transparenz bei der Fluglärmentwicklung unmöglich machen würde.
Ein weiterer Kritikpunkt: Hubschrauber, angefangen vom Militär bis zur Polizei, werden in der neuen Verordnung überhaupt nicht berücksichtigt – eine unschöne Methode, um die Lärmbilanz zu schönen. Nach der FP wollen auch SP und VP die Verordnung von Ministerin Doris Bures abändern – und legen das in einem gemeinsamen Antrag an den Gemeinderat fest.
VP- Umweltsprecher Roman Stiftner: "Es darf nicht sein, dass Bures schlechtere Werte für den zumutbaren Fluglärm festschreibt als jene, wie sie im Mediationsverfahren vereinbart wurden." In dieser Vereinbarung heißt es, dass bei 54 Dezibel am Tag technische Lärmschutzmaßnahmen vom Flughafen mitfinanziert werden, ab 57 Dezibel trägt er die vollen Kosten. Bei Nacht sind bereits ab 45 Dezibel Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen. Stiftner verlangt nun, dass diese Werte in die neue Verordnung aufgenommen werden.
von Erich Vorrath, Kronen Zeitung