"Unwirksame Opfer"

Streik gegen Sparprogramm in Griechenland

Ausland
10.02.2010 12:23
Aus Protest gegen die angekündigten Sparmaßnahmen zur Bewältigung der Budgetkrise in Griechenland haben Tausende Staatsbedienstete am Mittwoch die Arbeit niedergelegt. Dabei kam es in Athen zu gewalttätigen Ausschreitungen: Im Zentrum der Hauptstadt ging die Bereitschaftspolizei mit Tränengas gegen Demonstranten vor, weil Mitarbeiter der Müllabfuhr zuvor mit Lkws Polizeiabsperrungen durchbrochen hatten.

Zu dem Streik hatte die Beamtengewerkschaft Adedy aufgerufen, die rund 300.000 Mitglieder hat. Die Gewerkschaft prangerte die Sparmaßnahmen der Regierung in Athen an, zu denen Nullrunden bei den Beamtengehältern und ein Einstellungsstopp im Öffentlichen Dienst zählen, dies seien "ungerechte und unwirksame Opfer".

Luftraum über Griechenland geschlossen
Gestreikt wird in Ministerien, Finanzämtern und in Regionalregierungen. Auch Lehrer und Professoren an Schulen und Universitäten legten die Arbeit nieder. In den Krankenhäusern wurde nur ein Notdienst aufrechterhalten. Da auch die Fluglotsen streiken, wurde seit Mitternacht Ortszeit der Luftraum über Griechenland für 24 Stunden geschlossen. Gestrandete Reisende gab es jedoch kaum, da die Fluglinien rechtzeitig ihre Kunden benachrichtigen konnten, berichteten Reporter vom Flughafen der griechischen Hauptstadt.

Die Bahngesellschaft OSE schränkte den Zugverkehr wegen eines neunstündigen Streiks der Eisenbahnergewerkschaft POS stark ein. Internationale Zugverbindungen waren davon nicht betroffen. Die der Kommunistischen Partei nahestehende Gewerkschaft PAME rief ihre Mitglieder auf, sich der Protestbewegung anzuschließen.

Proteste gegen die Sparmaßnahmen
Die 750.000 Beschäftigten im Öffentlichen Dienst wenden sich mit dem Ausstand gegen geplante Sparmaßnahmen der Regierung zur Überwindung der tiefen Haushaltskrise. Das Kabinett stellte am Dienstag erste Einzelheiten des neuen Sparprogramms vor, das eine Anhebung des durchschnittlichen Pensionsalters um zwei Jahre auf 63 vorsieht. Außerdem sollen die Gehälter im Öffentlichen Dienst eingefroren und Beihilfen gekürzt werden. Außerdem soll die Mineralölsteuer angehoben werden.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
10.02.2010 12:23
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung