Appell zum Frieden

Papst Benedikt XVI. erteilt Ostersegen

Ausland
12.04.2009 12:59
In einer feierlichen Ostermesse hat Papst Benedikt XVI. die Katholiken in aller Welt zu Frieden und Versöhnung aufgerufen. Versöhnung sei Voraussetzung für ein friedliches Miteinander, sagte er am Sonntag vor 100.000 Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom. In 63 Sprachen wünschte der Papst "ein gesegnetes und frohes Osterfest" und spendete den traditionellen Ostersegen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis"). In Zeiten der Wirtschaftskrise, des Klimawandels sowie eines "immer noch bedrohlichen Terrorismus" sei es wichtig, Perspektiven wiederzuentdecken, die Hoffnung geben könnten, sagte Benedikt XVI.

Der Papst sprach von seiner Afrika-Reise und erinnerte an die "brutalen und endlosen, oft in Vergessenheit geratenen Konflikte, die in einigen Ländern so viel Blutvergießen und Zerstörung verursacht" hätten. Der afrikanische Kontinent solle stattdessen zu "den Waffen der Justiz und der Wahrheit, der Barmherzigkeit, der Vergebung und der Liebe" greifen, forderte er. Zudem leide Afrika unter Hunger, Armut und Krankheit. Bei seiner ersten Afrika-Reise während seines Pontifikats hatte der Papst im März Kamerun und Angola besucht.

Vom Balkon des Petersdoms sprach das Oberhaupt von weltweit 1,1 Milliarden Katholiken in 63 Sprachen den Osterwunsch. Auf Deutsch sagte er: "Euch allen ein gesegnetes und frohes Osterfest. Der Friede und die Freude des auferstandenen Herrn sei mit Euch."

Besonderer Gruß an die Erdbebenopfer
Einen besonderen Gruß richtete der Papst an die Überlebenden des Erdbebens in den mittelitalienischen Abruzzen. Ihnen wünschte er "Mut beim gemeinsamen Aufbau einer Zukunft voller Hoffnung". Schon bei der Karfreitagsprozession in Rom hatte der Papst an die Opfer des schweren Erdbebens erinnert. Mit dem traditionellen Segen "Urbi et Orbi" beendete der Papst die Osterfeierlichkeiten.

"Liebe ist stärker als Hass"
Die Auferstehungsfeiern hatten bereits in der Nacht im Petersdom begonnen. Dort zelebrierte Benedikt XVI. am Samstagabend vor Tausenden Christen die Osternachtsmesse. Im Schein der Osterkerze rief er die Christen auf, inmitten der "Verwirrungen der Zeit" und der Suche nach Werten als Licht in der Welt zu scheinen.

"Die Anziehungskraft der Liebe ist stärker als die des Hasses, die Anziehungskraft des Lebens ist stärker als die des Todes", erklärte der Papst in seiner Predigt die Botschaft der Osternacht: den Sieg über den Tod durch die Auferstehung Jesu. Fünf Gläubige aus Italien, China und den USA wurden bei dem Gottesdienst getauft.

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